Sprüche über Glück
1314 Sprüche — Seite 57
Kaum ein Wort klingt heller und entzieht sich zugleich so beharrlich jeder festen Definition wie das Glück. Für manche liegt es in einem flüchtigen Augenblick, für andere in tiefer Zufriedenheit oder im stillen Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Eben diese Vieldeutigkeit macht seinen Zauber und seine Schwierigkeit aus.
Wer genauer hinsieht, entdeckt darin kein bloßes Geschenk des Zufalls, sondern auch eine Frage der Wahrnehmung und inneren Haltung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen die vielen Gesichter des Glücks und machen sichtbar, warum es oft dort aufscheint, wo Erwartung, Dankbarkeit und Gegenwart ineinanderfinden.
Glück bringt Neider.
Miß dein Glück nicht nach fremder Elle.
Glücklich, wer im dunkeln bleibt.
Behüt' uns Gott vor großem Glück, gnädigem Herrn und gesunder Speis.
Es wird dir glücken wie den Schwaben bei Lücken.
Dem Glücklichen schlägt keine Stunde.
Die Glückseligen sterben beizeiten.
Gold macht taub, Glück macht blind.
Das Schaf hat einen goldenen Fuß.
Wenn man Schwalben am Hause hat, schlägt es nicht ins Haus.
Die gebratenen Tauben fliegen einem nicht ins Maul.
Nicht jeder, der jagt, hat Waidmannsglück.
Auch mit 60 kann man noch 40 sein - aber nur noch eine halbe Stunde am Tag.
Den Gleichmut wahr dir mitten im Ungemach; wahr ihn desgleichen, lächelt dir hold das Glück.
— Horaz
Ist es das Gute selbst an der schlimmsten Zeit, dass sie vergeht, ist eben dies das Schlimme auch an der besten
— Dante Alighieri
Lerne nur das Glück zu ergreifen, denn das Glück ist immer da.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wer sich am wenigsten auf Glück verlässt, behauptet sich am besten.
— Nicolaus Machiavelli
Je mehr sich Glück auf Glück häuft, desto mehr Gefahren laufen sie, auszugleiten und alle miteinander niederzustürzen.
— Baltasar Gracián y Morales
Abwechslung ist des Lebens Reiz, was freilich jede glückliche Ehe zu widerlegen scheint.
— Theodor Fontane
Dass Glück ist nicht im ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zusammen zimmern
— Carmen Sylva