Sprüche über Abwechslung
338 Sprüche — Seite 14
Was dem Alltag Farbe, Bewegung und neue Perspektiven verleiht, ist die Abwechslung. Sie bewahrt vor Erstarrung, weckt Sinne und Gedanken und erinnert daran, dass Lebendigkeit oft aus dem Wechsel von Formen, Eindrücken und Erfahrungen entsteht. Darum besitzt dieses Thema eine heitere und zugleich tiefere Lebensbedeutung.
Nicht jede Veränderung schafft schon Bereicherung, doch Monotonie verengt den Blick. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie sehr Abwechslung Kreativität, Freude und Offenheit fördern kann, wenn sie nicht bloß Zerstreuung, sondern wirkliche Belebung bedeutet.
Unsere Seele muss, wenn sie nicht verkommen will, jeden Tag ihre Wäsche wechseln.
— Gottfried Keller
Die ganze Natur ist eigentlich nichts anderes als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln.
— Immanuel Kant
Mit den Landschaften ist es wie mit den Blumen: Jede fremde dünkt uns die schönste.
— Michel de Montaigne
Es fliessen ineinander Traum und Wachen, Wahrheit und Lüge, Sicherheit ist nirgendwo.
— Arthur Schnitzler
Nimm gegenüber Wandel und Beständigkeit die gleiche Haltung ein, und nichts wird deine Klarheit trüben
— Laotse
Vorurteile sind wie ein Blumenstrauß, den man wenigstens von Zeit zu Zeit neu arrangieren sollte.
— Luther Burbank
So ein ordentlicher Krach macht das Leben pikant.
— John Knittel
Es sieht der Mensch die Welt fast immer durch die Brille des Gefühls, und je nach der Farbe des Glases erscheint sie ihm finster oder purpurhell.
— Hans Christian Andersen
Das Leben ist entweder ein Seil, oder ein Federbett. Man gebe mir das Seil.
— Albrecht Dürer
Nur wer ein Auge dafür hat, sieht etwas schönes und gutes in jedem Wetter, er findet Schnee, brennende Sonne, Sturm und ruhiges Wetter schön, hat alle Jahreszeiten gern und ist im Grunde damit zu …
— Vincent van Gogh
Wir wissen immer nur, wie eine Frau uns liebt, aber wir erfahren nie, wie sie einen anderen lieben könnte.
— Arthur Schnitzler
Der Mensch hat nicht ein und dasselbe Leben. Er hat viele Leben hintereinander und das ist die Ursache seines Unglücks
— Francois René de Chateaubriand
Keine zwei Menschen gleichen einander, und beide sind froh darüber.
Unser Ich gleicht den Flüssen, die ihren Namen beibehalten und stets anderes Wasser rollen.
— Karl Julius Weber
Man soll in der Kunst das Schöne und Gute in den verschiedensten Gestalten, in denen es sich zeigen mag, anerkennen, statt es nur in einer Richtung zu suchen.
— Adolf Friedrich von Schack
Gekaufte Anerkennung unterliegt dem Börsenkurs.
— Else Pannek
Gewiss ist, dass es Sonne gibt und Regen — dass es Abend wird und Nacht — und dass danach ein Morgen beginnt das ist gewiss.
— Else Pannek
Seien wir neu und erfinderisch von Grund aus. Dichten wir das Leben täglich um.
— Hugo Ball
Alles auf der Welt hat sein zweites Gesicht: die Natur, die Kultur, die Religion, die Kunst, die Politik, die Liebe, alles, alles. Wer das nicht weiß, ist glücklich, ich weiß es.
— Hermann Löns
Wie schnell alle Sterne verschwinden, sobald sich die Sonne erhebt.
— Friedrich von Bodenstedt