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Sprüche über Fehler

570 Sprüche — Seite 10

Kaum etwas wird so gern vermieden und ist doch so unvermeidlich wie der Fehler. In ihm zeigt sich menschliche Begrenzung, aber auch die Möglichkeit, aus Irrtum Erkenntnis zu gewinnen und sich weiterzuentwickeln. Deshalb gehört dieses Thema nicht nur zur Schwäche, sondern ebenso zur Reifung eines Menschen.

Entscheidend ist weniger, ob ein Fehler geschieht, als wie mit ihm umgegangen wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Schuld und Lernfähigkeit, Nachsicht und Selbstkritik und machen deutlich, dass Fortschritt oft erst dort beginnt, wo Unvollkommenheit nicht geleugnet, sondern ehrlich angenommen wird.

  1. Man unternehme das Leichte, als wäre es schwer, damit das Selbstvertrauen uns nicht sorglos macht; und das Schwere, als wäre es leicht, damit die Zaghaftigkeit uns nicht mutlos macht.

    Baltasar Gracián y Morales

  2. Narren lernen, wenn sie lernen, auf eigene Kosten. Der Kluge lernt auf Kosten der Narren.

  3. Man ist immer froh, kleine Mängel an geliebten Personen zu finden, um sie nur ohne Verzug verzeihen und sogar mitlieben zu können.

    Gottfried Keller

  4. Die Eltern wollen nie der Kinder Fehler erkennen.

    Konfuzius

  5. Eine große Lehre, die man oft geben kann, ist das Geständnis der eigenen Unzulänglichkeiten.

    Denis Diderot

  6. Ein Freund, der mir den Spiegel zeiget, den kleinsten Flecken nicht verschweiget, mich freundlich warnt, mich herzlich schilt, wenn ich nicht meine Pflicht erfüllt: Der ist mein Freund!

    Christian Fürchtegott Gellert

  7. Auch der beste Gaul stolpert einmal

  8. Der Mensch sollte sich niemals genieren einen Irrtum zuzugeben, zeigt er doch damit, dass er sich entwickelt, dass er gescheiter ist als gestern.

    Jonathan Swift

  9. Wir haben uns die Erde nicht unterworfen. Wir haben ihr nur tiefe Wunden geschlagen.

    Georg Simmel

  10. Wer Angst hat vor der Zukunft, hat in der Vergangenheit nicht richtig gelebt.

  11. Schlauheit ist die Kunst, eigene Fehler zu verbergen und die Schwächen anderer bloßzulegen.

    William Hazlitt

  12. Wer am falschen Faden arbeitet, zerstört das ganze Gewebe.

    Konfuzius

  13. Die Hälfte des Lebens verbringt der Mensch damit, die falschen Vorstellungen seiner Vorfahren loszuwerden; die andere damit, seinen Kindern falsche Ansichten beizubringen.

    Winston Churchill

  14. Höher steht gerades Scheitern als krummer Sieg.

    Sophokles

  15. In der Tat bestehen die meisten Irrtümer nur darin, dass wir die Worte nicht richtig auf die Dinge anwenden

    Baruch de Spinoza

  16. Der Irrtum ist die tiefste Form der Erfahrung

    Martin Kessel

  17. Die Selbstbezichtigung ist auch eine Art Luxus. Wenn wir uns selbst die Schuld geben, glauben wir, niemand sonst habe das Recht, uns die Schuld zu geben.

    Oscar Wilde

  18. Glaube an Autoritäten bewirkt, dass Fehler der Autoritäten zu Vorbildern werden.

    Leo Tolstoi

  19. Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.

    René Descartes

  20. Man muss die Musik des Lebens hören. Die meisten hören nur die Dissonanzen.

    Theodor Fontane