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Sprüche über Vergänglichkeit

474 Sprüche — Seite 10

Alles, was den Menschen umgibt und bewegt, trägt den Zug des Vorübergehenden in sich. Schönheit vergeht, Nähe verändert sich, Stunden entschwinden, und gerade in dieser Endlichkeit erhält das Leben seine Schärfe und seinen Ernst. Deshalb gehört Vergänglichkeit zu den stillen Grundthemen jeder tiefen Lebensbetrachtung.

Aus ihr erwächst nicht nur Wehmut, sondern auch ein besonderer Sinn für Gegenwart und Wertschätzung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Verlust und Erkenntnis verbunden sind und warum das Bewusstsein des Endlichen viele Dinge nicht kleiner, sondern kostbarer erscheinen lässt.

  1. Die Liebe ist ein Kind der Ewigkeit. Sie verwischt die Erinnerung an den Anfang und nimmt die Angst vor dem Ende.

    Germaine Madame de Stael

  2. Alles Wachsen ist ein Sterben, jedes Werden ein Vergehen. Alles Lassen ein Erleben, jeder Tod ein Auferstehn.

  3. Über das Kommen mancher Leute tröstet uns oft nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  4. Das Glück ist kein Geschenk - nur ein Darlehen

    Theodor Fontane

  5. Das Leben ist kurz, aber man hat immer Zeit für Höflichkeit

    Ralph Waldo Emerson

  6. Jeder Augenblick im Leben ist ein Schritt zum Tode hin.

    Pierre Corneille

  7. Wer die Freundschaft brechen kann, fing sie nie von Herzen an. Der wird fälschlich Freund genennt, der sich von dem Freunde trennt.

    Friedrich von Logau

  8. Wenn Teufel beten und Engel fluchen, wenn Katz und Mäuse sich besuchen, wenn alle Mädchen keusch und rein, dann hör ich auf, dein Freund zu sein!

  9. Auch der schönste Weg endet irgendwo. Deswegen sollte man rechtzeitig einen anderen suchen.

  10. Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt.

    Victor-Marie Hugo

  11. Nimm die Zunge wohl in acht, sprich kein Wort, das unbedacht, denn ein Wort, zu schnell gesprochen, hat schon manches Glück zerbrochen.

  12. Das Glück ist verschwenderisch aber unbeständig.

    Demokrit

  13. Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr zu finden.

    Bertolt Brecht

  14. Die Zeit vergeht und wartet auf niemanden.

  15. Ein reifer Apfel hängt nicht lang überm Weg

  16. Das Leben ist halb vorüber, ehe wir wissen, was es ist.

  17. Das Talent des Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch sein Talent übertroffen, ihn zu zerstören.

    Theodor Heuss

  18. Im Westen hat man Christus verloren, und deshalb kommt der Westen zu Fall, einzig und allein deshalb.

    Fjodor M. Dostojewski

  19. Wenn die Freude in der Stube ist, lauert die Sorge im Flur.

  20. Gerechtigkeit ist vorübergehend, aber das Gewissen ist ewig.

    Martin Luther