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Sprüche über Vergänglichkeit

474 Sprüche — Seite 9

Alles, was den Menschen umgibt und bewegt, trägt den Zug des Vorübergehenden in sich. Schönheit vergeht, Nähe verändert sich, Stunden entschwinden, und gerade in dieser Endlichkeit erhält das Leben seine Schärfe und seinen Ernst. Deshalb gehört Vergänglichkeit zu den stillen Grundthemen jeder tiefen Lebensbetrachtung.

Aus ihr erwächst nicht nur Wehmut, sondern auch ein besonderer Sinn für Gegenwart und Wertschätzung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Verlust und Erkenntnis verbunden sind und warum das Bewusstsein des Endlichen viele Dinge nicht kleiner, sondern kostbarer erscheinen lässt.

  1. Diese Welt ist nur eine Brücke. Gehe darüber, aber baue dein Haus nicht darauf.

  2. Die ganze gegenwärtige Zeit ist ein Punkt der Ewigkeit.

    Mark Aurel

  3. Jede Stunde, die wir leben, ist eine Sterbestunde für irgendwen.

    Anton Wildgans

  4. Kein größerer Schmerz, als sich erinnern glücklich heiterer Zeit im Unglück

    Dante Alighieri

  5. Die stürmischen Wellen an der unruhigen Oberfläche lassen die Tiefen des Ozeans unberührt. Und dem, der an größeren und ewigeren Wirklichkeiten Halt findet, erscheinen die häufigen Wechselfälle sein …

    William James

  6. Eine Frau ohne Rivalin altert schnell.

    Charles Baudelaire

  7. Ein jedes Werk, das nicht auf Liebe gegründet ist, trägt den Keim des Todes in sich und geht seinem Ruin entgegen.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  8. Es gibt zwei schöne Dinge auf der Welt: Erinnern und Vergessen. Und zwei häßliche: Erinnern und Vergessen.

    Alexander Roda Roda

  9. Frühere Zeiten hält man immer für die besseren.

    Achim von Arnim

  10. Wer das Leben geniessen will, soll sich immer vor Augen halten: Geboren werden bedeutet nur zu Sterben beginnen.

    Théophile Gautier

  11. Der Natur zugefügte Verletzungen in Geldwert zu messen verleitet zur Denkweise Unwiederbringliches kaufen zu können.

    Else Pannek

  12. Alles Wachsen ist ein Sterben, jedes Werden ein Vergehen. Alles Lassen ein Erleben, jeder Tod ein Auferstehn.

  13. Geldgier zieht Vernichtung nach sich.

    Else Pannek

  14. Die Liebe ist ein Kind der Ewigkeit. Sie verwischt die Erinnerung an den Anfang und nimmt die Angst vor dem Ende.

    Germaine Madame de Stael

  15. Glück ist eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis

    Albert Schweitzer

  16. Freunde gibt's genug, aber sie sind wie die Sonnenuhr, die solange ihren Dienst versieht, wie die goldene Sonne zu scheinen pflegt. Sobald aber die Sonne untergeht, ist auch bei ihr alles aus.

    Abraham a Sancta Clara

  17. Wer von allen weiß, wie lange Kindheit dauert? Bei manchen Wesen ist sie früh verloren; bei manchen dauert sie das ganze Leben.

    Paul Keller

  18. Das Gestern ist fort, das Morgen nicht da. Leb' also heute!

    Pythagoras

  19. Nichts trocknet schneller als eine Träne

    Apollonius von Rhodos

  20. Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Erde in all den künftigen Jahrhunderten noch finden? Bis wohin soll unsere Habgier noch vordringen?

    Plinius d. Ältere