Sprüche über Vertrauen
261 Sprüche — Seite 12
Ohne Vertrauen bleibt selbst Nähe unsicher und jedes Miteinander brüchig. Es ist die Bereitschaft, sich dem anderen zu öffnen, ohne völlige Kontrolle zu behalten, und macht damit Beziehungen erst wirklich lebendig. Deshalb gehört dieses Thema zu den kostbarsten und zugleich verletzlichsten Kräften des menschlichen Lebens.
Sein Wert zeigt sich besonders dort, wo Enttäuschung möglich wäre und dennoch Zuversicht gewagt wird. Vertrauen wächst langsam, bewährt sich im Alltag und kann durch Verlässlichkeit stärker werden als durch jedes große Versprechen.
Der Katze, die den Spieß leckt, vertrau den Braten nicht.
Dem Meister vom Handwerk soll man glauben.
Kein Füllhorn, das von allen Schätzen regnet, Ist reicher als die Mutterhand, die segnet.
— Anastasius Grün
Bin ich meinem Amte in der Tat nicht gewachsen, so ist der Chef zu tadeln, der es mir anvertraut.
— Friedrich von Schiller
Man traue keinem erhabenen Motiv für eine Handlung, wenn sich auch ein niedriges finden lässt.
— Edward Gibbon
Eins nur ist zu geben mir geblieben und dies einzige biet' ich Dir an: Eine Seele, die dich innig lieben und Dir Freundschaft geben kann.
— Franz Grillparzer
Eine Aufforderung zum blinden Vertrauen öffnet die Augen — früher oder später.
— Else Pannek
Schon verloschen sind die Stunden, hingeschwunden Schmerz und Glück; fühl es vor: Du wirst gesunden! Traue neuem Tagesblick!
— Johann Wolfgang von Goethe
Ein Garten ist ein grossartiger Lehrer. Er lehrt uns Geduld und umsichtige Wachsamkeit; er lehrt uns Fleiss und Sparsamkeit; und vor allem lehrt er vollkommenes Vertrauen.
— Gertrude Jekyll
Die größte Stärke des Menschen ist seine Hoffnung. Vertraue in deine Zukunft.
— Jean Anthelme Brillat-Savarin
Wem ich vertraue, dessen Gewissheit seiner selbst ist mir die Gewissheit meiner selbst
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Der aber ist der Beste, der der Hoffnung vertraut allzeit! Verzagtheit kennt der Feige nur
— Euripides
Tue den Menschen die Ehre an, ihnen zu vertrauen, dass sie an das Gute glauben, und du wirst sehen, welche Wunder das tut.
— Richard Rothe
Vertraue deinen Freunden! Deine guten Taten sind bei ihnen vor Indiskretionen völlig sicher.
— Karl-Heinz Karius
Unbedingt traut nur der seiner Menschenkenntnis, der keine hat.
— Otto Weiss
Gewisse Wünsche darf man vor jedem aussprechen, nur nicht vor dem, der sie erfüllen könnte.
— Otto Weiss
Wer hätte es nicht schon erfahren, wie sehr man sich erleichtert fühlen kann durch eine vertrauliche Aussprache, die man nachher bereut.
— Otto Weiss
Es gibt ein unbeschränktes Vertrauen, dessen Grenzen genau festzustellen sind.
— Otto Weiss
Die Vertrauensseligen der Gegenwart sind die Misstrauischen der Zukunft.
— Otto Weiss
Großen Herren und schönen Frauen, soll man gern dienen und wenig trauen.
— Georg Rollenhagen