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Sprüche über Zeit

838 Sprüche — Seite 22

Nichts vergeht leiser und wirkt zugleich mächtiger auf das menschliche Leben ein als die Zeit. Sie ordnet Erinnerungen, heilt Wunden, vertieft Verluste und macht sichtbar, was Bestand hat und was nur vorübergehend schien. Darum ist sie weit mehr als ein Maß des Alltags, nämlich die unsichtbare Form aller Erfahrung.

Ihre Härte liegt darin, dass sie sich weder festhalten noch zurückholen lässt. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Vergänglichkeit, Geduld und Gegenwart zu klugen Einsichten und erinnern daran, dass der wahre Wert eines Augenblicks oft erst erkannt wird, wenn er bereits vergangen ist.

  1. Die Nützlichkeit des Lebens liegt nicht in seiner Länge, sondern in seiner Anwendung.

    Michel de Montaigne

  2. Rosen auf den Weg gestreut und des Harms vergessen! Eine kurze Spanne Zeit ist uns zugemessen.

    Ludwig Christoph Heinrich Hölty

  3. Bet' und arbeit', ruft die Welt. Bete kurz!, denn Zeit ist Geld. An die Türe pocht die Not Bete kurz! denn Zeit ist Brot.

    Georg Friedrich Rudolph Herwegh

  4. Die meisten Bücher von heute sehen so aus, als wenn sie an einem einzigen Tag geschrieben zu sein, nach Büchern, die am Vorabend gelesen wurden.

    Nicolas Chamfort

  5. Freud und Leid sind Reiseleute, ziehen immer aus und ein; doch will dieses immer länger, jene kürzer bei uns sein.

    Friedrich von Logau

  6. Die dir zugemessene Zeit ist so kurz, dass du, wenn du eine Sekunde verlierst, schon dein ganzes Leben verloren hast, denn es ist nicht länger; es ist immer nur so lang wie die Zeit, die du verliers …

    Franz Kafka

  7. Freunde sind wie Rotwein. Je älter sie werden, um so besser und wertvoller werden sie und um so mehr lernt man sie zu schätzen.

  8. Die Zeit, in der man alles den Menschen durch Worte - seien es theologische oder fromme Worte - sagen könnte, ist vorüber; ebenso die Zeit der Innerlichkeit und des Gewissens und das heißt eben di …

    Dietrich Bonhoeffer

  9. Die Ungeduld, mit der man seinen Zielen zueilt, ist die Klippe, an der oft gerade die besten Menschen scheitern

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  10. Doch ach! wie bald wird uns verhunzt die schöne Zeit naiver Kunst; wie schnell vom elterlichen Stuhle setzt man uns auf die Bank der Schule!

    Wilhelm Busch

  11. Ganz richtig, diese Welt ist nichtig. Auch du, der in Person erscheint, bist ebenfalls nicht gar so wichtig, wie deine Eitelkeit vermeint.

    Wilhelm Busch

  12. Advent und Weihnachten, Zeit der Stille und Besinnung, bis jemand auf die Idee kam, dass Geschenke sein müssen ...

  13. Erfolg beruht im Allgemeinen auf dem Wissen, wie viel Zeit zum Erfolg nötig ist.

    Charles-Louis de Montesquieu

  14. Wir sitzen auf der gleichen Bank und lernen dieselben Sachen; drum wollen wir uns lieben ein Leben lang und Freude einander machen.

  15. Höre jeden Tag in dich hinein, damit du erfährst, was du dir zu sagen hast.

  16. Wer es einmal soweit gebracht hat, dass er nicht mehr irrt, der hat auch zu arbeiten aufgehört

    Max Planck

  17. Obwohl sie nicht hundert Jahre alt werden, bereiten sich die Menschen Sorgen für tausend Jahre.

  18. Die Pein des unerfüllten Wunsches ist klein gegen die der Reue; denn jene steht vor der stets offenen unabsehbaren Zukunft, diese vor der unwiderruflich abgeschlossenen Vergangenheit.

    Arthur Schopenhauer

  19. Die Zeit ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Zeit

    Johann Gottfried Seume

  20. Es wäre gut Bücher kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte, aber man verwechselt meistens den Ankauf der Bücher mit dem Aneignen ihres Inhalts.

    Arthur Schopenhauer