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Sprüche über Zeit

838 Sprüche — Seite 26

Nichts vergeht leiser und wirkt zugleich mächtiger auf das menschliche Leben ein als die Zeit. Sie ordnet Erinnerungen, heilt Wunden, vertieft Verluste und macht sichtbar, was Bestand hat und was nur vorübergehend schien. Darum ist sie weit mehr als ein Maß des Alltags, nämlich die unsichtbare Form aller Erfahrung.

Ihre Härte liegt darin, dass sie sich weder festhalten noch zurückholen lässt. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Vergänglichkeit, Geduld und Gegenwart zu klugen Einsichten und erinnern daran, dass der wahre Wert eines Augenblicks oft erst erkannt wird, wenn er bereits vergangen ist.

  1. Die Kindheit ist ein Augenblick Gottes.

    Achim von Arnim

  2. Alles Böse läßt sich im Anfang noch leicht unter Kontrolle bringen. Wenn es aber länger andauert, hält es sich meist allzu zähe.

    Marcus Tullius Cicero

  3. Erfahren muß man stets, Erfahrung wird nie enden, und endlich fehlt die Zeit, Erfahrenes anzuwenden.

    Friedrich Rückert

  4. Die Jahre drehn sich wie ein Rad - der Frühling bleibt nur eine kurze Weile.

  5. Je verdorbener ein Zeitalter, desto mehr Verachtung der Weiber.

    Jean Paul

  6. Als mir die Zeit entgegenkam, erschien sie mir hübsch wundersam und angenehm und lecker. Sie ging vorüber, und -o weh! - nun, da ich sie von hinten seh, bemerk ich ihren Höcker.

    Wilhelm Busch

  7. Der Mensch flieht vor der Zeit, die Zeit vor dem Menschen.

    Edward Young

  8. Ob du arm bist oder reich, ob du schwarz bist oder weiß, niemals soll uns etwas trennen, wir werden uns immer Freunde nennen.

  9. Ein einziger Grundsatz wird dir Mut geben, nämlich, dass kein Übel ewig währt, ja nicht einmal sehr lange dauern kann.

    Epikur

  10. Sokrates, der alte Greis, sagte oft in tiefen Sorgen: "ach, wie viel ist doch verborgen, was man immer noch nicht weiß."

    Wilhelm Busch

  11. Blumen blühen nur kurze Zeit, doch Freundschaft hält für Ewigkeit.

  12. Die Zeit an sich betrachtet ist völlig wertlos, sie erhält den Wert für uns erst durch unsere Tätigkeit in ihr

    Adolph Kolping

  13. Ein Tag ohne Brot ist lang.

  14. Jede Zeit ist umso kürzer, je glücklicher man ist.

  15. Platonische Liebe ist die Zeit zwischen der Vorstellung und dem ersten Kuss

  16. Der Ruhm, wie alle Schwindelware, hält selten über tausend Jahre. Zumeist vergeht schon etwas eh'r die Haltbarkeit und die Kulör.

    Wilhelm Busch

  17. Sollst nicht murren, sollst nicht schelten, wenn die Sommerzeit vergeht, denn es ist das Los der Welten, alles kommt und alles geht

    Wilhelm Müller

  18. Unser ganzes Dasein ist flüchtig wie Wolken im Herbst; Geburt und Tod der Wesen erscheinen wie Bewegung im Tanz. Ein Leben gleicht dem Blitz am Himmel, es rauscht vorbei wie ein Sturzbach den Berg …

    Buddha

  19. Tage mit der Natur. Nimm dir Zeit für sie. Sehne sie herbei. Du brauchst sie. Selbst du bist Natur. Eine kurze Zeit bist du wieder zu Hause.

  20. Froh hupft der Floh. - Vermutlich bleibt es noch lange so.

    Wilhelm Busch