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Sprüche über Zeit

838 Sprüche — Seite 30

Nichts vergeht leiser und wirkt zugleich mächtiger auf das menschliche Leben ein als die Zeit. Sie ordnet Erinnerungen, heilt Wunden, vertieft Verluste und macht sichtbar, was Bestand hat und was nur vorübergehend schien. Darum ist sie weit mehr als ein Maß des Alltags, nämlich die unsichtbare Form aller Erfahrung.

Ihre Härte liegt darin, dass sie sich weder festhalten noch zurückholen lässt. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Vergänglichkeit, Geduld und Gegenwart zu klugen Einsichten und erinnern daran, dass der wahre Wert eines Augenblicks oft erst erkannt wird, wenn er bereits vergangen ist.

  1. Verschwendete Zeit ist Dasein; gebrauchte Zeit ist Leben.

    Edward Young

  2. Wodurch sich dieser und jener Konflikt sehr in die Länge zieht: durch gegenseitige Zugeständnisse.

    Otto Weiss

  3. Nicht in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife! Der ist dein.

    Friedrich von Schiller

  4. Die Erde ist so allerliebst, dass mir vor lauter Lust und Wonne Zeit fehlt, um an den zu denken, der sie schuf.

    Christian Dietrich Grabbe

  5. Sobald ein frisches Kelchlein blüht, es fordert neue Lieder; und wenn die Zeit verrauschend flieht, Jahrszeiten kommen wieder.

    Johann Wolfgang von Goethe

  6. Man muss der Zeit Zeit lassen.

  7. Die Journalisten sind die Geburtshelfer und die Totengräber der Zeit.

    Karl Ferdinand Gutzkow

  8. Ich habe mich immer bemüht, eine Viertelsteunde zu früh zu sein. Und das hat mich zum Mann gemacht.

    Horatio Nelson

  9. Gegen die Zukunft kann man nicht kämpfen. Die Zeit ist auf ihrer Seite.

    William Ewart Gladstone

  10. Ich betrachte den Frühling, als ob er zu mir allein käme, um dankbar zu sein

    Christian Friedrich Hebbel

  11. Der Mensch ist ein Geheimnis. Man muß es enträtseln, und wenn du es ein ganzes Leben lang enträtseln wirst, so sage nicht, du hättest die Zeit verloren. Ich beschäftige mich mit diesem Geheimn …

    Fjodor M. Dostojewski

  12. Es ist sichtbar ein Vorzug des Alters, den Dingen der Welt ihre materielle Schärfe und Schwere zu nehmen und sie mehr in das innere Licht der Gedanken zu stellen, wo man sie in größerer, immer b …

    Wilhelm von Humboldt

  13. Porzellan und Hühnerei gehen ach so schnell entzwei. Aber unsere Freundschaft hält, bis die Welt in Stücke fällt.

  14. Die Welt ist wie ein Brei. Zieht man den Löffel heraus, und wär's der größte, gleich klappt die Geschichte wieder zusammen, als wenn gar nichts passiert wäre.

    Wilhelm Busch

  15. Wohltaten, still und rein gegeben, sind Tote, die im Grabe leben, sind Blumen, die im Sturm bestehn, sind Sternlein, die nicht untergehn.

    Matthias Claudius

  16. Wenn man tausend Hennen über setzte, so möchten sie in acht Tagen kein Ei ausbrüten.

  17. Die glücklichen Zeiten der Menschheit sind die leeren Blätter im Buch der Geschichte.

    Leopold von Ranke

  18. Warum kann man mit fünfunddreissig Jahren nicht so gut anfangen wie mit zehn?

    Franziska Gräfin zu Reventlow

  19. Nicht die Zahl der Jahre, sondern die Erlebnisse altern den Mann, und auch diese dann erst am schwersten, wenn er sie Gott nicht anvertraut.

    Theodor Toeche-Mittler

  20. Alt ist man erst dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft

    John Knittel