Sprüche über Zeit
838 Sprüche — Seite 27
Nichts vergeht leiser und wirkt zugleich mächtiger auf das menschliche Leben ein als die Zeit. Sie ordnet Erinnerungen, heilt Wunden, vertieft Verluste und macht sichtbar, was Bestand hat und was nur vorübergehend schien. Darum ist sie weit mehr als ein Maß des Alltags, nämlich die unsichtbare Form aller Erfahrung.
Ihre Härte liegt darin, dass sie sich weder festhalten noch zurückholen lässt. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Vergänglichkeit, Geduld und Gegenwart zu klugen Einsichten und erinnern daran, dass der wahre Wert eines Augenblicks oft erst erkannt wird, wenn er bereits vergangen ist.
Wie ein unsichtbares Band ist Freundschaft zwischen uns. Wir bleiben dadurch eng verbunden, vergehen auch Jahre wie Stunden.
Die Scham ist schnell verflogen, aber die Schulden sind lange nicht zurückgezahlt.
In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit
— Thomas Carlyle
Eine Frau hat eine Ausrede schneller zur Hand als eine Schürze.
Jede Zeit wie jeder Mensch hat ein gewisses Gedankenfeld, über das hinaus nichts wahrgenommen wird.
— Bertha Freifrau von Suttner
Lass Dein Leben leichtfüssig auf den Rädern der Zeit tanzen, wie Tau auf der Spitze eines Blattes
— Rabindranath Tagore
Nicht der Mensch hat am meisten gelebt, welcher die höchsten Jahre zählt, sondern derjenige, welcher sein Leben am meisten empfunden hat.
— Jean-Jacques Rousseau
Je älter man wird, desto hastiger tritt sie einem auf die Hacken, die Zeit, die so genannte
— Wilhelm Busch
Die Mitte der Nacht ist auch schon der Anfang eines neuen Tages.
Unsere Zeit ist eine Zeit der Erfüllung, und Erfüllungen sind immer Enttäuschungen.
— Robert Musil
Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten
— Johann Wolfgang von Goethe
Einen Tag lang ungestört in Muße zu verbringen, heisst, einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein.
— Johann Albrecht Bengel
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Des Lebens Meereswellen, sie brausen und sie schwellen und schwemmen mit der Zeit hinweg das größte Leid.
Dreitägiger Fisch taugt auf keinen Tisch.
Die Bildung ist in glücklichen Zeiten eine Zierde, im Unglück eine Zuflucht.
— Aristoteles
Die alte Zeit liegt zu fern von uns ab, als dass wir ihre Bräuche unmittelbar hinübernehmen könnten.
— Adolph Kolping
Die Zeit geht hin, und der Mensch gewahrt es nicht.
— Dante Alighieri
Bedenke, über alles Leid, das die Tage bringen, zieht mit raschen Schwingen tröstend hin die Zeit.
Trügerisch hängt über den Menschen die Zeit, rollt mit sich dahin des Lebens Flut.
— Pindar