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Sprüche über Zeit

838 Sprüche — Seite 12

Nichts vergeht leiser und wirkt zugleich mächtiger auf das menschliche Leben ein als die Zeit. Sie ordnet Erinnerungen, heilt Wunden, vertieft Verluste und macht sichtbar, was Bestand hat und was nur vorübergehend schien. Darum ist sie weit mehr als ein Maß des Alltags, nämlich die unsichtbare Form aller Erfahrung.

Ihre Härte liegt darin, dass sie sich weder festhalten noch zurückholen lässt. Die Sprüche zu diesem Thema verdichten Vergänglichkeit, Geduld und Gegenwart zu klugen Einsichten und erinnern daran, dass der wahre Wert eines Augenblicks oft erst erkannt wird, wenn er bereits vergangen ist.

  1. Man ist verloren, wenn man zu viel Zeit bekommt, an sich zu denken.

    Georg Christoph Lichtenberg

  2. Die Liebe bedarf der Zeit, wie die Flamme der Nahrung.

    Ernst Friedr. Ludwig Adolf Eckstein

  3. Die meiste Zeit seines Lebens wartet der Soldat vergebens.

  4. Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes.

  5. Was der Soldat nicht kann, das muss er üben und zum üben hat er am Wochenende Zeit und Gelegenheit.

  6. Man muss wenigsten soviel Zeit aufwenden, Gott für seine Wohltaten zu danken, als man gebraucht hat, ihn darum zu bitten.

    Vinzenz von Paul

  7. Manche Art zu Leben gleicht dem Träumen. Man wacht auf und sieht, dass viel Zeit vergangen ist. Man versucht weiter zu träumen oder sein Leben sinnvoll zu gestalten.

    Else Pannek

  8. Wir leben in einer Zeit, die zuviel arbeitet und zuwenig erzogen ist, in einer Zeit, wo die Leute vor Fleiß verrückt werden.

    Oscar Wilde

  9. Das Leben ist zu kurz für die Glücklichen und zu lang für die Unglücklichen.

    Apollonius von Rhodos

  10. Die Liebe hat kein Maß der Zeit, sie lernt und blüht und reift in einer schönen Stunde.

    Theodor Körner

  11. Hoffe wenig, wirke viel, das ist der kürzeste Weg zum Ziel.

  12. Das Gedächtnis hebt die Zeit auf: Es vereint, was dem Anschein nach getrennt vor sich geht.

    Leo Tolstoi

  13. Der männliche Händedruck, der einer jüngeren Dame gilt, darf höchstens eine Viertelstunde währen.

    Otto Weiss

  14. Die Glücklichen bedauern die Kürze der Tage, die Traurigen ermüden vom Schleichen der Jahre. Wer aber frei ist von Freude und Leid, für den gilt nicht "kurze" noch "lange" Zeit.

  15. Entscheidungen, Entschlüsse brauchen Zeit — vor oder nach dem Handeln.

    Else Pannek

  16. Wahrheit unterliegt keinem Verfallsdatum!

    Christa Schyboll

  17. Was auch das Meer verschlang, die Zeit verschlang das Weh, ewig bleibt die See.

    Gorch Fock

  18. Die auserwählten Leser haben immer geistige Tendenzen, die denen ihrer Zeit entgegengesetzt sind.

    Honoré de Balzac

  19. Der Tag ist eine Miniaturewigkeit.

    Ralph Waldo Emerson

  20. Liebe, dir ergeb' ich mich, Dein zu bleiben ewiglich!

    Angelus Silesius