Sprüche über Charakter
487 Sprüche — Seite 15
Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.
Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.
So wie die Gedanken sind, ist auch der Charakter, denn die Seele wird von den Gedanken geprägt.
— Mark Aurel
Jeder Mensch ist in jedem Augenblick das, was er war und das, was er sein wird.
— Oscar Wilde
Der vollkommene Weltmann wäre der, welcher nie in Unschlüssigkeit stockte und nie in Übereilung geriete.
— Arthur Schopenhauer
Gerade bei Kleinigkeiten, bei welchen der Mensch sich nicht zusammennimmt, zeigt er seinen Charakter.
— Arthur Schopenhauer
Stärke des Charakters ist oft nichts anderes als eine Schwäche des Gefühls.
— Arthur Schnitzler
In jedem ist etwas Kostbares, das in keinem anderen ist.
— Martin Buber
Eitelkeit und Stolz sind zwei verschiedene Dinge, obwohl die Wörter oft bedeutungsgleich verwendet werden. Ein Mensch kann stolz sein, ohne eitel zu sein. Stolz hat mehr damit zu tun, was wir von uns …
— Jane Austen
Wer immer in Zerstreuungen lebt, wird fremd im eigenen Herzen
— Adolph Freiherr von Knigge
Erfolg verbessert den Charakter.
— William Somerset Maugham
Wer keinen Charakter hat, ist kein Mensch; er ist nur eine Sache.
— Nicolas Chamfort
Ein guter Mensch ist immer ein Anfänger.
— Martial
Der Dank ist für kleine Seelen eine drückende Last, für edle Herzen ein Bedürfnis.
— Georg Christoph Lichtenberg
Das wirklich Wertvolle am Menschen, das, was ihn bedeutend und liebenswert macht, ist von unsichtbarer Art. Es liegt jenseits sinnlicher Wahrnehmung und neigt zur Bescheidenheit
Unser Charakter ergibt sich aus unserem Benehmen.
— Aristoteles
Wer auch immer weiss, wie er die Güte, die er empfangen hat, zurückgeben kann, muss ein wertvoller Freund sein
Wer über seine Leidenschaften, Begierden und Ängste herrscht, ist mehr als ein König
— John Milton
Steh aufrecht in der Mitte, ohne nach einer Seite umzufallen.
Der Bock lässt wohl von Bart, aber nicht von Art.
Der Fuchs verkehrt wohl seine Haut, aber nicht sein Gemüt.
Wo die Löwenhaut nicht ausreicht, da knüpft man den Fuchspelz daran.