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Sprüche über Charakter

487 Sprüche — Seite 6

Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.

Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.

  1. Des Menschen Glück ist nicht an seine Kraft, sondern an seine Laune geknüpft.

    — Christian Friedrich Hebbel

  2. Nur ein großer Geist wagt es, einfach im Stil zu sein.

    — Stendhal

  3. Ungerechtfertigtes Lob kann Schwache gefährden, ungerechter Tadel auch Starke vom rechten Weg ableiten.

    — Georg Ebers

  4. Nicht jeder erbitterte Kleinbürger könnte ein Hitler werden, aber ein Stückchen Hitler steckt in jedem von ihnen.

    — Leo Trotzki

  5. Man kann einen starken, edlen Charakter, so wie den Diamanten, oft an einem einzigen Strahle erkennen, der von ihm ausgeht, und das leuchtende Feuer lässt dem verständigen Auge dann keinen Zweifel meh …

    — Paul Keller

  6. Bildung jeder Art hat doppelten Wert, einmal als Wissen, dann als Charaktererziehung.

    — Herbert Spencer

  7. Zum Handeln gehört wesentlich Charakter, und ein Mensch von Charakter ist ein anständiger Mensch, der als solcher bestimmte Ziele vor Augen hat und diese mit Festigkeit verfolgt.

    — Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  8. Man kann nicht ohne weiteres sagen, dass Leid zum Aufbau des Charakters beitrage, ebenso oft trägt es auch zu seiner Zerstörung bei.

    — John Steinbeck

  9. Geld hat nicht nur kein Herz, sondern auch keine Ehre und kein Gedächtnis. Geld wird von selbst ehrenwert, wenn man es eine Zeitlang in Besitz hat.

    — John Steinbeck

  10. Das Gewissen spricht, aber der Eigennutz schreit.

    — Jean Antoine Petit-Senn

  11. Nur dem nützt das Lob, der den Tadel zu schätzen versteht.

    — Robert Schumann

  12. Es gibt zweierlei Frauen in der Welt, solche, die ein Herz haben, und diese lieben einen, dann solche, die kein Herz haben, und diese lieben hundert.

    — Joszef Freiherr von Eötvös

  13. Zwischen einzelnen Frauen sind feinere Unterschiede als zwischen einzelnen Männern. Es gibt keine zwei Frauen von gleichem Charakter, während man Männer scharenweise über einen Leisten schlagen kann.

    — Charles Joseph Fürst von Ligne

  14. Die Umgebung, in der der Mensch sich den größten Teil des Tages aufhält, bestimmt seinen Charakter.

    — Antiphon

  15. Rücksichtslosigkeit des Denkens ist oft das Zeichen einer unfriedlichen inneren Gesinnung, welche Betäubung begehrt.

    — Friedrich Nietzsche

  16. Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.

    — Wilhelm Busch

  17. Ein Mensch mit sanftem Charakter macht sich selbst und andere glücklich.

  18. Nur der Mensch, der wahrhaft mit sich selbst ist, vermag es auch gegen andere zu sein.

    — Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau

  19. Genialität ist nichts anderes als eine große Fähigkeit zur Geduld

    — Georges-Louis Leclerc de Buffon

  20. Seine kleinsten Vorzüge kann man nicht schnell genug entdecken, mit seinen Gebrechen hat man es nicht so eilig

    — Jean de la Bruyère