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Sprüche über Charakter

487 Sprüche — Seite 17

Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.

Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.

  1. Es gibt für den charakterfesten Mann kein überzeugenderes Mittel, dass er das rechte getroffen, als wenn ein gewisses Gesindel darüber vor Ärger fast bersten möchte.

    Georg Friedrich Rudolph Herwegh

  2. Willst du einen Menschen kennen, schau nicht auf seinen Mund, sondern auf seine Hände!

    Wladimir Iljitsch Lenin

  3. Auch schlechte Menschen tun mitunter Gutes, als wollten sie ausprobieren, ob es wirklich so viel Vergnügen mache, wie die guten behaupten.

    Nicolas Chamfort

  4. Wer zu schmeicheln versteht, versteht auch zu verleumden.

  5. Das Charakteristische an der Demokratie ist die Herrschaft auf Zeit.

    Theodor Heuss

  6. Ein Mann wird in hundert Jahren nicht vollkommen, aber verdorben wird er in weniger als einem Tag.

  7. Ein großes Licht war der Mann eben nicht, aber ein großer Leuchter. Er handelt mit anderer Leute Meinungen.

    Georg Christoph Lichtenberg

  8. Gute Menschen sind ansteckend.

  9. Der Mensch ist soweit gehorsam, als er demütig ist, und so demütig, wie er gehorcht.

    Katharina von Siena

  10. Nationalcharakter ist der göttliche Beruf einer Nation.

    Friedrich Julius Stahl

  11. Selbst der schlechteste Mensch kann nicht mit der gleichen Intensität hassen, mit der ein gütiger Mensch zu lieben vermag.

    Niccolò Tommaseo

  12. Wahrhaft Großes zu leisten, ist nur dem in sich ganz gesammelten und abgeschlossenen Gemüt möglich.

    Karl Maria von Weber

  13. Die größten Menschen sind bescheiden.

    Auguste Renoir

  14. Nicht Überladung mit totem Wissen, sondern Läuterung und Stärkung des sittlichen Gefühls ist der höchste Zweck der Erziehung.

    Lukian

  15. Bornierten Menschen sollte man nicht widersprechen. Widerspruch ist immerhin ein Zeichen von Anerkennung.

    Richard von Schaukal

  16. Tapfere Männer sind wie Wirbeltiere: Außen weich, aber innen mit einem harten Kern.

    Lewis Carroll

  17. Kein Mensch kann einen anderen gerecht tadeln oder verdammen, denn kein Mensch kann einen anderen richtig kennen.

    Thomas Browne

  18. Die Entschlossenheit ist im Einzelfall ein Akt des Mutes, wenn sie zum Charakterzug wird, eine Gewohnheit der Seele

    Carl Philipp Gottfried von Clausewitz

  19. Die menschliche Natur ist schwach, der Einfluss der Umgebung stark.

    Sir Arthur Conan Doyle

  20. Die Richtung unseres Geistes ist wichtiger als sein Fortschritt.

    Joseph Joubert