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Sprüche über Charakter

487 Sprüche — Seite 16

Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.

Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.

  1. Mutigem Rosse starker Zaum.

  2. Tapfer Roß achtet nicht der Hunde bellen.

  3. Den Vogel kennt man am Gesang, den Hafen an dem Klang, den Esel an den Ohren und am Gesang den Toren.

  4. Böser Vogel, böses Ei.

  5. Ein Unverschämter kann bescheiden aussehen, wenn er will, aber kein Bescheidener unverschämt.

    Georg Christoph Lichtenberg

  6. Ein schlechter Mensch ist nicht immer an seinen Sitten zu erkennen.

  7. In der Nacht hat der Mensch nur ein Nachthemd an, und darunter kommt gleich sein Charakter.

    Robert Musil

  8. Auf die Bildung des Charakters haben Zucht und Übung einen bedeutenden Einfluß.

    Samuel Smiles

  9. Der Irrtum ist, Charakter sei keinen Widerspruch in sich selbst zu dulden.

    Hermann Bahr

  10. Geiz ist die regelmäßigste Leidenschaft und daher leichter zu betrachten als Ehrgeiz, Liebe, Wollust und andere

    Karl Julius Weber

  11. Das Ich ist die Spitze eines Kegels, dessen Boden das All ist.

    Christian Morgenstern

  12. Ein angenehmes Leben und heiteres Leben kommt nicht von äußeren Dingen.

    Plutarch

  13. Die Schönheit strahlt nur aus dem innern Leben.

    Theodor Körner

  14. Wer über den See geht, wechselt den Himmel, doch nicht den Charakter.

    Horaz

  15. Die feine Lebensart schließt nicht immer Güte, Billigkeit, Gefälligkeit, Dankbarkeit in sich. Aber sie verleiht wenigstens den Anschein davon und stellt den Menschen äußerlich dar, wie er innerlich se …

    Jean de la Bruyère

  16. Das Wort Tugend kommt von Stärke; die Stärke ist die Grundlage aller Tugend

    Jean-Jacques Rousseau

  17. Fanatiker sind unverbesserlich. Man sollte seine Zeit nicht damit verbringen, sie zu bekämpfen oder überzeugen zu wollen.

    Ferdinando Coelestinus Galiani

  18. Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist der des Tieres und der Pflanze: Das Tier entspricht mehr dem Charakter des Mannes, die Pflanze mehr dem der Frau, denn sie ist mehr ruhiges Entfalten.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  19. Eigensinn ist die Parodie des Charakters.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  20. Die Vernunft ist die höchste Vereinigung des Bewußtseins und des Selbstbewußtseins oder des Wissens von einem Gegenstande und des Wissens von sich.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel