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Sprüche über Charakter

487 Sprüche — Seite 24

Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.

Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.

  1. Siehe, ob Du den Verstand mit dem Geiste kannst vereinen, bring' das Herz mit in Verband, wirst harmonisch dann erscheinen.

    Heinrich Martin

  2. Je höher der Mensch steht, um so stärkere Schranken hat er nötig, welche die Willkür seines Wesens bändigen.

    Gustav Freytag

  3. Es gibt nur einen Weg zur Meisterschaft: Erschütterungen durch Leid und Liebe. Aus ihnen wird Weisheit wenn Vollendungsdrang dahinter wirkt. Weisheit ist veredelte Liebe, verklärtes Leid, geschmiede …

    Friedrich Lienhard

  4. In der Kindheit zeigt sich des Menschen künftiges Wesen, so wie der Morgen anzeigt, wie der Tag werden wird.

    William Wordsworth

  5. Charakter, nicht die Umstände machen den Mann.

    Booker T. Washington

  6. Der beste Mensch ist der, der sich um sich selbst kümmert. Lasst euch von niemanden so tief hinabziehen, dass ihr ihn hasst.

    Booker T. Washington

  7. Ein untrüglicher Maßstab für einen Menschen ist sein Verhalten gegen fremdes Leid.

    Maria Waser

  8. Das Wandern und Schweifen ist eine grund- und tiefdeutsche Eigenschaft. Immerfort sind sie unterwegs. Kärrner, Kaufleute, Künstler, Dichter, Mädchen und Knaben.

    Jakob Wassermann

  9. Wenn einer, was das Leben mit sich bringt nicht zu tragen weiss, nennt er das Missgeschick, was doch sein Charakter verschuldet hat.

    Menander

  10. Es ist viel leichter, ein Held zu sein als ein anständiger Mensch. Ein Held muss man nur einmal sein, ein Ehrenmann immer.

    Luigi Pirandello

  11. Die Gespenster hausen nicht in alten Schlössern, sie stecken in uns selbst.

    Luigi Pirandello

  12. Wir sind die Bilder, die wir von uns selber machen. Man wandelt sich. Wehe, wenn das Bild fixiert ist.

    Luigi Pirandello

  13. In neun von zehn Fällen erfährt man von den Unzulänglichkeiten anderer erstmals aus ihren Entschuldigungen.

    Oliver Wendell Holmes

  14. Die Liebe schwankender Charaktere wird erst durch Eifersucht zu einer starken Empfindung.

    Walter Calé

  15. Wenn Gott dir Witz gibt, so trage ihn wie dein Schwert in der Scheide und blitze nicht damit zum Schrecken der Gesellschaft umher.

    Joachim Heinrich Campe

  16. Die Krankheit ehrlicher Männer ist, sich für unentbehrlich zu halten.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  17. Macht macht schlecht. Absolute Macht macht absolut schlecht.

    John E. Edward, 1st Baron Acton of Aldenham Dalberg

  18. Wenn wir fühlen, wie stark gewisse Kräfte und Triebe in uns wirken, müssen wir alle Gegenkräfte in uns besonders pflegen.

    Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke

  19. Was eine Mutter gläubigen Gemüts in das Herz ihres Kindes pflanzt, trägt reichere Frucht als alle Samen der Erde.

    Max Dauthendey

  20. Den Ruf einer Person kennt man nach nur einer Stunde, der wahre Charakter kommt erst nach einem Jahr ans Licht.

    William Morris Davis