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Sprüche über Charakter

487 Sprüche — Seite 5

Woran ein Mensch im Innersten zu erkennen ist, offenbart sich selten in glatten Worten, sondern in Haltung, Verhalten und Beständigkeit. Charakter meint jene innere Form, die Entscheidungen prägt und auch dort trägt, wo Vorteil, Angst oder Druck anderes nahelegen. Darum zählt dieses Thema zu den ernstesten Fragen des Menschlichen.

Seine Bewährung geschieht vor allem in Grenzsituationen, nicht im bequemen Einverständnis mit sich selbst. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Mut, Wahrhaftigkeit und Selbstbeherrschung zusammengehören und warum guter Charakter erst dort sichtbar wird, wo etwas auf dem Spiel steht.

  1. Das Herz adelt den Menschen.

    — Wolfgang Amadeus Mozart

  2. Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muss man eigenen haben.

    — Arthur Schopenhauer

  3. Eingebildete Leute haben mir nie leid getan, denn sie tragen ja ihren Trost mit sich.

    — George Eliot

  4. Sowohl des Menschen Körper als auch seine Taten können erblickt werden. Vielmehr aber liegt inwendig in ihm, was keiner sieht und keiner kennt.

    — Hildegard von Bingen

  5. Eigentümlich ist menschlicher Gemütsart, Beleidigte zu hassen.

    — Tacitus

  6. Wenn deine Grundsätze dich traurig machen, verlass dich drauf: Sie sind falsch.

    — Robert Louis Stevenson

  7. Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffe landen und anstürmende scheitern.

    — Jean Paul

  8. Die wahre Liebe geht aus der Harmonie der Ideen oder aus dem Gegensatz der Charaktere hervor.

    — Théodore Simon Jouffroy

  9. Sich über das Kleine erhaben zu machen ist die Schule zur Größe.

    — Zenon von Kition

  10. Mit der Zeit bewerten wir unsere Freunde nach der Feinheit ihres Taktgefühls

    — Paul Valéry

  11. Man vermag nichts mit seiner Intelligenz, wenig mit seinem Geist, alles mit seinem Charakter.

    — Nicolas Chamfort

  12. Überhaupt wirkt das Beispiel als ein Beförderungsmittel der guten und schlechten Charaktereigenschaften: Aber es schafft sie nicht.

    — Arthur Schopenhauer

  13. So viele Jahre auch vergehen mögen, die Natur des Menschen ändert sich nicht.

    — Thukydides

  14. Ein Charakter ist ein vollständig gebildeter Wille.

    — Novalis

  15. Lächerlich erscheint ein Mensch, der seinen Charakter und seine Kräfte überschätzt.

    — Marquis de Vauvenargues

  16. Der Charakter sitzt nicht im Verstande, sondern im Herzen.

    — Johann Georg Jacobi

  17. Es gibt keinen zuverlässigeren Beweis für Geistesgröße als wenn man sich durch nichts, was einem begegnen kann, in Aufruhr bringen lässt.

    — Seneca

  18. Ein Mensch von feiner Lebensart pflegt sich zu benehmen, dass die anderen nach seinen Worten und seinem Verhalten mit ihm und mit sich selbst zufrieden sind.

    — Jean de la Bruyère

  19. Das Kostbarste auf der Welt sind Beziehungen der Güte zwischen den Menschen.

    — Leo Tolstoi

  20. Das Gewissen spricht, aber der Eigennutz schreit.

    — Jean Antoine Petit-Senn