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Sprüche über Gleichgültigkeit

531 Sprüche — Seite 12

Nicht offener Hass, sondern oft schon Gleichgültigkeit entzieht dem Miteinander seine Wärme und Verbindlichkeit. Wo nichts mehr berührt, schwindet der Impuls zu verstehen, zu helfen oder Stellung zu beziehen. Darum ist dieses Thema so ernst, weil es weniger durch Lärm als durch innere Abwesenheit wirkt.

Ihre Kälte zeigt sich besonders darin, dass sie Unrecht geschehen lässt, ohne sich selbst schuldig zu fühlen. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten jene lähmende Haltung, in der Verantwortung abgestreift wird, und erinnern daran, dass menschliche Würde Aufmerksamkeit und Anteilnahme braucht.

  1. Kann man etwas nicht verstehen, dann urteile man lieber gar nicht, als dass man verurteile.

    Rudolf Steiner

  2. Diplomaten ärgern sich nie. Sie machen sich Notizen.

    Charles de Talleyrand

  3. Freiheit ist ein Gut, dessen Anwesenheit weniger Vergnügen bringt als seine Abwesenheit Schmerzen.

    Jean Paul

  4. Wer seine Freunde zu Gast hat und sich in keiner Weise persönlich um das Mahl kümmert, das für sie bereitet wird, ist unwürdig, Freunde zu haben.

    Jean Anthelme Brillat-Savarin

  5. Worüber wir nicht ernsthaft nachgedacht haben, das vergessen wir bald

    Marcel Proust

  6. Verglichen mit dem, was wir sein könnten, sind wir nur halb wach

    William James

  7. Die Menschen gehen viel zu nachlässig mit ihren Erinnerungen um. - Alle Erinnerung ist Gegenwart.

    Novalis

  8. Wie viele Fehler geschehen in der Welt, weil man ohne Überlegung zu Werke geht.

    Theresia von Avila

  9. Nimm die Welt von der leichten Seite, und der Geist wird frei von jeder Last sein.

    Laotse

  10. Wer ohne Murren sich dem Schicksal unterwirft, ist bei uns weise.

    Euripides

  11. Wer nichts im Leben liebt, weil er die Wahrheit des Lebens verschmäht, schüttet die Quelle seines Schaffens mit Sand zu.

    Stanislaw Brzozowski

  12. Was man nicht beachtet, das verliert seine Kraft; worüber man zürnt, das scheint man dadurch als wahr anzuerkennen.

    Tacitus

  13. Was der Mutter ans Herz geht, das geht dem Vater nur an die Knie.

    Horatio Nelson

  14. Lass doch die Zukunft schlafen, wie sie es verdient. Wenn man sie nämlich vorzeitig weckt, bekommt man dann eine verschlafene Gegenwart.

    Franz Kafka

  15. Die Menschen reisen in fremde Länder und staunen über die Höhe der Berge, die Gewalt der Meereswellen, die Länge der Flüsse, die Weite des Ozeans, das Wandern der Sterne; aber sie gehen ohne Staunen …

    Augustinus

  16. Man verdient kein Lob für Ehrlichkeit, wenn niemand versucht, einen zu bestechen.

    Marcus Tullius Cicero

  17. Tue das Gute vor dich hin und bekümmere dich nicht, was daraus werden soll

    Matthias Claudius

  18. Die meisten Menschen haben überhaupt gar keine Meinung, viel weniger eine eigene, viel weniger eine geprüfte, viel weniger vernünftige Grundsätze.

    Johann Gottfried Seume

  19. Es ist nicht das Unkraut, das den guten Samen erstickt, sondern die Nachlässigkeit des Bauern

    Konfuzius

  20. Wer sich um das Morgen am wenigsten kümmert, geht ihm mit der größten Lust entgegen.

    Epikur