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Sprüche über Gleichgültigkeit

531 Sprüche — Seite 5

Nicht offener Hass, sondern oft schon Gleichgültigkeit entzieht dem Miteinander seine Wärme und Verbindlichkeit. Wo nichts mehr berührt, schwindet der Impuls zu verstehen, zu helfen oder Stellung zu beziehen. Darum ist dieses Thema so ernst, weil es weniger durch Lärm als durch innere Abwesenheit wirkt.

Ihre Kälte zeigt sich besonders darin, dass sie Unrecht geschehen lässt, ohne sich selbst schuldig zu fühlen. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten jene lähmende Haltung, in der Verantwortung abgestreift wird, und erinnern daran, dass menschliche Würde Aufmerksamkeit und Anteilnahme braucht.

  1. Ein Mensch, der die Natur nicht liebt, enttäuscht mich; fast misstraue ich ihm.

    Otto von Bismarck

  2. Wo die Nächstenliebe nur darin besteht, nichts Böses zu tun, ist sie von der Faulheit kaum zu unterscheiden

    Emil Gött

  3. Man trägt oft am schwersten an dem, was man weggeworfen hat.

    Peter Sirius

  4. Was soll mir das Lob von Menschen, welche nicht tadeln können?

    Annette von Droste-Hülshoff

  5. Werbung ist der Versuch, das Denkvermögen des Menschen so lange außer Takt zu setzten, bis er genügend Geld ausgegeben hat.

    Ambrose Bierce

  6. Es ist mir gleichgültig, ob einer aus Sing-Sing kommt oder von Harvard. Ich suche Menschen, nicht Biographien.

    Henry Ford

  7. Wer in seinem Innern geordnet und wohlbestellt ist, der kümmert sich nicht um das sonderbare und verkehrte Treiben der Menschen. Nur soweit wird der Mensch gehindert und zerstreut, als er von den …

    Thomas à Kempis

  8. Den Menschen geht es wie den Büchern, sie werden manchmal zu spät geschätzt.

    Honoré de Balzac

  9. Die missachtete Natur schlägt zurück. Und auch das wird missachtet.

    Else Pannek

  10. Man muss vieles, das unser Ohr trifft, nicht hören, als wäre man taub, und dafür Sinn und Verstand auf das richten, was dem Herzen Frieden bringt.

    Thomas à Kempis

  11. Es ist für mich völlig überflüssig zu wissen, was ich nicht ändern kann

    Paul Valéry

  12. Wir sind nichts; was wir suchen ist alles.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  13. Neben der edlen Kunst, Dinge zu verrichten, gibt es die edle Kunst, Dinge unverrichtet zu lassen.

  14. Wer die Wahrheit nicht fürchtet, braucht auch die Lüge nicht zu fürchten.

    Thomas Jefferson

  15. Man muß nicht wissen, wer den Tuberkel Bazillus entdeckt hat.

    Robert Koch

  16. Wer jede Mühe abnimmt, das Bemühen anderer abwehrt, wird nicht geliebt, sondern übersehen.

    Else Pannek

  17. Wenn das Schicksal ruft: "Le jeu est fait, messieurs!", so achten das die wenigsten. Erst wenn sie hören: "Rien ne va plus!", bekommen sie Lust, aber zu spät.

    Ludwig Börne

  18. Das Meer noch niemals größer ward, weil eine Gans das Wasser spart.

    Bernhard Freidank

  19. Stimmungen entstehen oft aus Ursachen, über welche der Mensch nur wenig Gewalt hat, aber sie nehmen zu und werden der inneren Gemütsruhe immer verderblicher, wenn man sich in ihnen gehen lässt.

    Wilhelm von Humboldt

  20. Was dem Verstande endlich, ist nichtig dem Herzen.

    Ludwig Andreas Feuerbach