Sprüche über Tugend
368 Sprüche — Seite 14
Was einen Menschen innerlich ehrt, erschöpft sich nicht in Talent, Erfolg oder Ansehen. Tugend bezeichnet jene geformte Haltung, in der sich Charakter, Maß und sittliche Verlässlichkeit zeigen. Deshalb wirkt dieses Thema zwar alt, berührt aber bis heute die Frage, woran wahre menschliche Größe zu erkennen ist.
Ihr Kern liegt nicht in äußerer Strenge oder Selbstgeißelung, sondern in der beständigen, oft stillen Übung des Guten – besonders dort, wo kein Beifall wartet. Eine tugendhafte Haltung zeigt sich am deutlichsten in kleinen, unbemerkten Entscheidungen und nicht erst auf der großen Bühne.
Tugend und Freundschaft sind ewig verwandt; es knüpft sie beide ein himmlisches Band.
— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Es gibt nichts Häßlicheres als Reichtum ohne Tugend.
— Antoine de Rivarol
Eine Frau hat so vieles zu beachten, besonders muss sie eine gewisse Zurückgezogenheit behaupten, was sehr schwer ist bei so großer Liebe.
— Clara Schumann
Jeder Luxus verdirbt die Sitten oder den Geschmack
— Joseph Joubert
Nicht immer sind es Mut und Keuschheit, die die Männer mutig machen und die Weiber keusch.
— François de la Rochefoucauld
Liebe ist der Morgen der Tugenden, Hass der Abend der Sünden.
Wenn bei einem Menschen das Herz einmal hart ist, so ist es aus. Was er auch sonst Gutes hat, man kann nicht mehr auf ihn zählen.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Vernunft und Gefühl sind die Sonne und der Mond am moralischen Firnament. Immer nur in der heißen Sonne würden wir verbrennen; immer nur im kühlen Mond würden wir erstarren.
— Friedrich Maximilian von Klinger
In der kalten Ruhe liegt die größte Überlegenheit, liegt das beherrschende Element; sie ist aber nur wenigen Menschen eigen.
— Jeremias Gotthelf
Ohne inner Ruhe wallt der Mensch auf wilden Wegen.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Edle Liebe reinigt, wie die Tragödie, die Leidenschaften des Menschen.
— Jean Paul
Es gibt Tugenden, die man nur ausüben kann, wenn man reich ist
— Antoine de Rivarol
Die feine Lebensart schließt nicht immer Güte, Billigkeit, Gefälligkeit, Dankbarkeit in sich. Aber sie verleiht wenigstens den Anschein davon und stellt den Menschen äußerlich dar, wie er innerlich se …
— Jean de la Bruyère
Das Wort Tugend kommt von Stärke; die Stärke ist die Grundlage aller Tugend
— Jean-Jacques Rousseau
Besonnenheit ist die seidene Schnur, die durch die Perlenkette aller Tugenden läuft.
— Thomas Fuller
Ich bin immer töricht gewesen, an das Gute im Menschen zu glauben.
— Paul Gauguin
Menschlich und edel ist das Gute, göttlich und unsterblich aber das Schöne.
— Rupert Johann Hammerling
Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, Öffentlichkeit, ist der größte moralische Machtfaktor in unserer Gesellschaft.
— Joseph Pulitzer
Gute Menschen sind ansteckend.
Es gibt keine guten und bösen Menschen, sondern nur Weise und Toren.