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Sprüche über Tugend

368 Sprüche — Seite 8

Was einen Menschen innerlich ehrt, erschöpft sich nicht in Talent, Erfolg oder Ansehen. Tugend bezeichnet jene geformte Haltung, in der sich Charakter, Maß und sittliche Verlässlichkeit zeigen. Deshalb wirkt dieses Thema zwar alt, berührt aber bis heute die Frage, woran wahre menschliche Größe zu erkennen ist.

Ihr Kern liegt nicht in äußerer Strenge oder Selbstgeißelung, sondern in der beständigen, oft stillen Übung des Guten – besonders dort, wo kein Beifall wartet. Eine tugendhafte Haltung zeigt sich am deutlichsten in kleinen, unbemerkten Entscheidungen und nicht erst auf der großen Bühne.

  1. Wenn der Mensch plötzlich tugendhaft würde, so müssten viele Tausende verhungern

    Georg Christoph Lichtenberg

  2. Der rechte Spott kommt aus der leisen Trauer eines gütigen Herzens.

    Paul Keller

  3. Wenn wir einmal nicht grausam sind, dann glauben wir gleich, wir seien gut

    Kurt Tucholsky

  4. Eifersüchtig ist jede Tugend auf die andre, und ein furchtbares Ding ist Eifersucht. Auch Tugenden können an der Eifersucht zu Grunde gehen.

    Friedrich Nietzsche

  5. Wieviele rühmen sich der Tugenden und Gaben, die sich doch nicht erhalten haben.

    Friedrich von Hagedorn

  6. Was gute Gesellschaft genannt wird, ist meistens nur ein Mosaik geschliffener Karikaturen.

    Friedrich von Schlegel

  7. Tugend ist zu Energie gewordene Vernunft.

    Friedrich von Schlegel

  8. Es ist schlimm um eine Nation bestellt, in der die Jugend konservativer ist als das Alter

    Heinrich von Treitschke

  9. Ordnung führt zu allen Tugenden. Was aber führt zur Ordnung?

    Georg Christoph Lichtenberg

  10. Der Charakter ist die Quelle des Lebens, aus der die einzelnen Handlungen fließen.

    Zenon von Kition

  11. Gute Manieren bestehen aus lauter kleinen Opfern.

    Ralph Waldo Emerson

  12. Der edle Mensch hilft anderen, das Gute in ihnen zur Reife zu bringen, nicht das Schlechte.

  13. Takt und Würde lehrt das eigene Herz, nicht der Tanzmeister

    Fjodor M. Dostojewski

  14. Es liegt wenig daran, wie man geboren werde; aber es ist viel daran gelegen, wie man sterbe.

    Christina I. von Schweden

  15. Nicht mit Worten wirkt man auf den anderen, sondern durch sein Wesen.

    Romain Rolland

  16. Die Tugend des freien Menschen zeigt sich ebenso groß im Vermeiden wie im Überwinden von Gefahren.

    Baruch de Spinoza

  17. Der Anfang jeder Tugend ist Rat und Überlegung, ihr Ende und ihr höchstes Maß Beständigkeit

    Demosthenes

  18. Ein guter Mensch gibt gerne acht, ob auch der andre was Böses macht; und strebt durch häufige Belehrung nach seiner Bess'rung und Bekehrung.

    Wilhelm Busch

  19. Gute Erziehung hat einen schrecklichen Nachteil: Sie schließt einen von vielem aus

    Oscar Wilde

  20. Das Böse ist das, was mehr Nachteile als Vorteile und das Gute, was mehr Vorteile als Nachteile hat

    Denis Diderot