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Sprüche über Tugend

368 Sprüche — Seite 8

Was einen Menschen innerlich ehrt, erschöpft sich nicht in Talent, Erfolg oder Ansehen. Tugend bezeichnet jene geformte Haltung, in der sich Charakter, Maß und sittliche Verlässlichkeit zeigen. Deshalb wirkt dieses Thema zwar alt, berührt aber bis heute die Frage, woran wahre menschliche Größe zu erkennen ist.

Ihr Kern liegt nicht in äußerer Strenge oder Selbstgeißelung, sondern in der beständigen, oft stillen Übung des Guten – besonders dort, wo kein Beifall wartet. Eine tugendhafte Haltung zeigt sich am deutlichsten in kleinen, unbemerkten Entscheidungen und nicht erst auf der großen Bühne.

  1. "Die Tugend in die Mitte", sagte der Teufel und setzte sich zwischen zwei Juristen.

  2. Der Mensch soll nicht tugendhaft, nur natürlich sein, so wird die Tugend von selbst kommen.

    Gottfried Keller

  3. Wer nicht Gott, sondern den Menschen gefallen will, dessen Tugend leidet an Knochenfraß und geht unter.

    Johann Geiler von Kayserberg

  4. Ein ehrlicher Mensch ist in Gottes Augen für die menschliche Gesellschaft wertvoller als alle gekrönten Raufbolde, die je gelebt haben.

    Thomas Paine

  5. Eifersüchtig ist jede Tugend auf die andre, und ein furchtbares Ding ist Eifersucht. Auch Tugenden können an der Eifersucht zu Grunde gehen.

    Friedrich Nietzsche

  6. Ordnung führt zu allen Tugenden. Was aber führt zur Ordnung?

    Georg Christoph Lichtenberg

  7. Tugend ist zu Energie gewordene Vernunft.

    Friedrich von Schlegel

  8. Wieviele rühmen sich der Tugenden und Gaben, die sich doch nicht erhalten haben.

    Friedrich von Hagedorn

  9. Was gute Gesellschaft genannt wird, ist meistens nur ein Mosaik geschliffener Karikaturen.

    Friedrich von Schlegel

  10. Es ist schlimm um eine Nation bestellt, in der die Jugend konservativer ist als das Alter

    Heinrich von Treitschke

  11. Takt und Würde lehrt das eigene Herz, nicht der Tanzmeister

    Fjodor M. Dostojewski

  12. Der Charakter ist die Quelle des Lebens, aus der die einzelnen Handlungen fließen.

    Zenon von Kition

  13. Es liegt wenig daran, wie man geboren werde; aber es ist viel daran gelegen, wie man sterbe.

    Christina I. von Schweden

  14. Nicht mit Worten wirkt man auf den anderen, sondern durch sein Wesen.

    Romain Rolland

  15. Der edle Mensch hilft anderen, das Gute in ihnen zur Reife zu bringen, nicht das Schlechte.

  16. Die Tugend des freien Menschen zeigt sich ebenso groß im Vermeiden wie im Überwinden von Gefahren.

    Baruch de Spinoza

  17. Der Anfang jeder Tugend ist Rat und Überlegung, ihr Ende und ihr höchstes Maß Beständigkeit

    Demosthenes

  18. Gute Manieren bestehen aus lauter kleinen Opfern.

    Ralph Waldo Emerson

  19. Ein guter Mensch gibt gerne acht, ob auch der andre was Böses macht; und strebt durch häufige Belehrung nach seiner Bess'rung und Bekehrung.

    Wilhelm Busch

  20. Das Böse ist das, was mehr Nachteile als Vorteile und das Gute, was mehr Vorteile als Nachteile hat

    Denis Diderot