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Sprüche über Tugend

368 Sprüche — Seite 17

Was einen Menschen innerlich ehrt, erschöpft sich nicht in Talent, Erfolg oder Ansehen. Tugend bezeichnet jene geformte Haltung, in der sich Charakter, Maß und sittliche Verlässlichkeit zeigen. Deshalb wirkt dieses Thema zwar alt, berührt aber bis heute die Frage, woran wahre menschliche Größe zu erkennen ist.

Ihr Kern liegt nicht in äußerer Strenge oder Selbstgeißelung, sondern in der beständigen, oft stillen Übung des Guten – besonders dort, wo kein Beifall wartet. Eine tugendhafte Haltung zeigt sich am deutlichsten in kleinen, unbemerkten Entscheidungen und nicht erst auf der großen Bühne.

  1. Und geschieht es denn nicht stets, dass die wahre Liebe die schlechten Sitten anderer zur Umkehr bewegt?

    Francesco Petrarca

  2. Niemand kann völlig frei sein, wenn nicht alle frei sind. Niemand kann völlig tugendhaft sein, wenn nicht alle tugendhaft sind. Niemand kann glücklich sein, wenn nicht alle glücklich sind.

    Herbert Spencer

  3. Auch ein Mensch von Genie und Tugend ist nur ein Mensch. Alle seine Gaben können nicht gleichmäßig entwickelt sein.

    Thomas Babington Macaulay

  4. Lieb ist selig allezeit, ein Ringen so voll Seligkeit, dass ohne ihre Lehre nicht Tugend ist noch Ehre.

    Gottfried von Strassburg

  5. Jede Moral verübt Grausamkeiten.

    Otto Weiss

  6. Unter den Moralisten, die uns alle Wege zum Glück zeigen gibt es tief unglückliche.

    Otto Weiss

  7. Zu den gewandtesten Advokaten dieser Welt gehört das Gewissen.

    Otto Weiss

  8. Gold glänzt zumeist, wo Tugend nicht mehr strahlt: Die Sterne glühn erst, wenn die Sonne sank.

    Edward Young

  9. Ein ernsthaftes Gemüt ist der natürliche Boden zur Hervorbringung aller Tugenden, und der einzige Charakter, der dem Menschen Ehre macht.

    Edward Young

  10. Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, zieret das Alter und die Jugend; wen man undankbar nennen kann, dem hängen aller Laster an.

    Georg Rollenhagen

  11. Fast jede Frau ist schön, wenn sie Charme hat. Fast jede Frau hat Charme, wenn sie Scham hat.

    Anton Graff

  12. Reines Herz und reiner Mut sind in jedem Kleide gut

    Bernhard Freidank

  13. Was wir zu fürchten haben, ist nicht die Unmoral der großen Männer, sondern die Tatsache, daß Unmoral oft zu Größe führt

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  14. Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster des Menschen fast ebenso nützen wie seine Tugenden.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  15. Die Leichtigkeit, womit irgend jemand eine Gemeinheit bei anderen für wahrscheinlich hält, ist meistens auch der beste Maßstab für seinen eigenen moralischen Wert.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  16. Nur zwei Dinge lassen sich nicht durch Mühe und Studium ersetzen: im Leben das feine moralische Gefühl und in der Kunst der Geschmack.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  17. Wer an die Unsterblichkeit glaubt, muss auch an das Näherliegende, an die Fortentwicklung der Menschheit hienieden zum Guten glauben.

    Theodor Toeche-Mittler

  18. Ein wahrer Gentleman ist ein Mann, der die Gedanken einer Frau errät und Sie trotzdem nicht nach Hause begleitet

    John Barrymore

  19. Es kommt nicht darauf an, wen man liebt – sondern wie man liebt! Eine edle Natur wird immer edel in der Liebe sein, eine gemeine immer gemein.

    Wilhelmine von Hillern

  20. Wer irgendeine Art von Religion zur Stütze seiner Sittlichkeit bedarf, dessen Moralität ist nicht rein, denn diese muss ihrer Natur nach in sich selbst bestehen

    Karoline Friederike Louise M. von Günderrode