375 Sprüche — Seite 5
Was einen Menschen innerlich ehrt, erschöpft sich nicht in Talent, Erfolg oder Ansehen. Tugend bezeichnet jene geformte Haltung, in der sich Charakter, Maß und sittliche Verlässlichkeit zeigen. Deshalb wirkt dieses Thema zwar alt, berührt aber bis heute die Frage, woran wahre menschliche Größe zu erkennen ist.
Ihr Kern liegt nicht in äußerer Strenge oder Selbstgeißelung, sondern in der beständigen, oft stillen Übung des Guten – besonders dort, wo kein Beifall wartet. Eine tugendhafte Haltung zeigt sich am deutlichsten in kleinen, unbemerkten Entscheidungen und nicht erst auf der großen Bühne.
Das sind die drei seligen Tugenden, die in der wahren Liebe gründen: Geduld, Stärke, Beharrlichkeit.
— Katharina von Siena
Überhaupt wirkt das Beispiel als ein Beförderungsmittel der guten und schlechten Charaktereigenschaften: Aber es schafft sie nicht.
— Arthur Schopenhauer
Gewohnheit heißt die große Lenkerin des Lebens. Daher sollen wir uns auf alle Weise erstreben, gute Gewohnheiten einzuimpfen
— Francis Bacon
Luxus treibt den Menschen zu keiner Tugend an - er erstickt meist alle besseren Gefühle in ihm.
— Friedrich der Große
Wer spezielles Wissen erworben hat, muß einen lebendigen Sinn dafür bekommen, was schön und moralisch gut ist. Sonst gleicht er mehr einem wohlabgerichteten Hund als einem harmonisch entwickelten Gesc …
— Albert Einstein
Man kann einen starken, edlen Charakter, so wie den Diamanten, oft an einem einzigen Strahle erkennen, der von ihm ausgeht, und das leuchtende Feuer lässt dem verständigen Auge dann keinen Zweifel meh …
— Paul Keller
An Sittensprüchen hat der Arge sein Vergnügen, nicht um danach zu tun, doch um damit zu trügen.
— Friedrich Rückert
Liebe, aber wahrhaftig! Und es fallen dir alle anderen Tugenden von selbst zu.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Man verachtet nicht alle, welche Laster haben, wohl aber jeden, der keine Tugend hat.
— François de la Rochefoucauld
Immer wenn einer von Ethik spricht, weiß ich, dass er nicht zahlen will.
— Rudolf Virchow
Der einzelne kann sich vervollkommnen. Aber die Menschheit als ganzes wird weder besser noch schlechter.
— Denis Diderot
Die Halunken suchen immer Deckung hinter den guten Manieren ihrer Gegner.
— Otto Ernst
Ich verlange nicht, dass der Kleinbürger seine Moral aufgibt, ich verlange nur, dass er mir meine lässt.
— José Ortega y Gasset
Was das Gesetz nicht verbietet, das verbietet der Anstand.
— Seneca
Lieben uns die Frauen, so verzeihen sie uns alles, selbst unsere Vergehen. Lieben sie uns nicht, so verzeihen sie uns nichts, selbst unsere Tugenden nicht.
— Honoré de Balzac
Es gibt eine Grenze, wo Zurückhaltung aufhört, eine Tugend zu sein.
— Edmund Burke
Der Trieb zum Guten ist dem Menschen eingepflanzt von Natur wie dem Wasser der Trieb, bergab zu fließen.
Ein guter Minister sollte an seinem Lebensende reicher an Ruhm und guten Taten geworden sein als an Vermögen.
— Nicolaus Machiavelli
Gutmütigkeit ist eine alltägliche Eigenschaft. Güte die höchste Tugend.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die Welt hat allzuwenig Engel, und der Himmel fließt von ihnen über.
— Samuel Taylor Coleridge