Sprüche über Leid
339 Sprüche — Seite 10
Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.
Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.
Viele KInder sind das Leid der Mutter.
Unterhaltung ist gut, wenn sie nicht unsittlich, sondern anständig ist, und wenn ihretwegen nicht andere leiden müssen.
— Leo Tolstoi
Glück ist gut für den Körper, denn Kummer stört den Geist.
— Marcel Proust
Gib dem Leid Ausdruck und es wächst Dir ans Herz. Gib der Freude Ausdruck und sie versetzt dich in Taumel.
— Oscar Wilde
Wenn der Kummer zu tief für's Weinen ist, kann er ein Lied auf unsere Lippen bringen.
Keine Speise wird gar und kein Brot wird gebacken ohne Feuer, und doch will der Mensch reif werden ohne Leid.
Ohne Schatten gibt es kein Licht, man muß auch die Nacht kennenlernen
— Albert Camus
Wer nicht ein kleines Leid zu ertragen versteht, muß sich darauf gefaßt machen, viele Leiden über sich ergehen zu lassen.
— Jean-Jacques Rousseau
Es gibt für den Menschen nur drei Ereignisse: geboren werden, leben und sterben. Aber er merkt nicht, wenn er geboren wird. Er leidet, wenn er stirbt. Und er vergisst zu leben.
— Jean de la Bruyère
Mitleid eines Mannes zu einer leidenden Frau ist immer Zärtlichkeit.
— Stefan Zweig
Große Völker vergessen zwar Leiden, nicht aber Demütigungen.
— Winston Churchill
Der beste Arzt ist die Krankheit; dem Wissen und der Güte macht man Versprechungen, dem Leiden gehorcht man
— Marcel Proust
Wenn es auch düstere Tage in meinem Leben gab, würde ich doch nicht wollen, dass man mich zu den Unglücklichen zählt.
— Vincent van Gogh
Glücklich, wem die Tage fließen, wechselnd zwischen Freud und Leid, zwischen Schaffen und Genießen, zwischen Welt und Einsamkeit.
— Franz Emanuel August Geibel
Das Alter ist der Übel höchstes; denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
— Giacomo Leopardi
Wir danken Gott für seine Gnad, mit der er uns behütet hat, und bitten, dass er im neuen Jahr, vor allem Leid auch uns bewahr.
Was ist das Leben? Ein Verzweiflungssang, ein einz'ger lauter tiefer Schmerzensklang.
— Josef Christian von Zedlitz
Ziehe dich nicht zurück in die Burg deiner Gedanken - teile Freude und Leid mit deinen Nächsten.
Wenn ich in deine Augen seh', so schwindet all mein Leid und Weh; Doch wenn ich küsse deinen Mund, so werd' ich ganz und gar gesund.
— Christian Johann Heinrich Heine
Wo das Leid ist, da kommen leicht auch die Liebe und der Glaube.
— Peter Rosegger