369 Sprüche — Seite 2
Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.
Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.
Wohl bringt die Liebe uns zuletzt auch Leid, denn eines muss ja vor dem anderen sterben.
— Christian Friedrich Hebbel
Wer eine Not erblickt und wartet, bis er um Hilfe gebeten wird, ist ebenso schlecht, als ob er sie verweigert hätte
— Dante Alighieri
Wohl dem Menschen, wenn er gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann, und preiszugeben mit Würde, was er nicht retten kann.
— Friedrich von Schiller
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!
Freundschaft vermehrt die Freuden und teilt das Leid
— Henry George Bohn
Der Schmerz vereint wieder mit Gott.
— Dante Alighieri
Gott hilft uns nicht immer am Leiden vorbei, aber er hilft uns hindurch.
— Johann Albrecht Bengel
Das Leben besteht aus Leid und Not, der Tod aus Frieden und Freude.
Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.
— Albert Schweitzer
Du kannst dich zurückhalten von den Leiden der Welt, das ist dir freigestellt und entspricht deiner Natur, aber vielleicht ist gerade dieses Zurückhalten das einzige Leid, das du vermeiden könntest. …
— Franz Kafka
Der Tod ist ein Ausruhen von Not und Elend.
— Marcus Tullius Cicero
Willst du getröstet werden, so vergiss derer, denen es besser geht, und denke immer an die, denen es schlimmer ist.
— Eckhart von Hochheim
Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.
— Pythagoras
Kein Mensch kann den anderen von seinem Leid befreien, aber er kann ihm Mut machen, das Leid zu ertragen
— Selma Lagerlöf
Eine Welt, worin ein Hund auch nur ein einziges Mal Prügel bekommen kann, ohne sie verdient zu haben, kann keine vollkommene Welt sein!
— Christian Friedrich Hebbel
Von der Art des Denkens hängt alles ab. Vom Denken geht alles aus, wird alles gelenkt und geschaffen. Wer schlecht redet oder handelt, dem folgt Leid wie das Rad den Hufen des Zugtieres.
— Buddha
Der Tod einer Mutter ist der erste Kummer, den man ohne sie beweint.
— Jean Antoine Petit-Senn
Ist die Nacht auch noch so schwarz und schwer: Die Liebe erleuchtet selbst das finsterste Dunkel.
Bedenke stets, dass alles vergänglich, dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich und im Leid nicht zu traurig sein.
— Sokrates
Wen auch immer du elend sehen wirst: Wisse, dass er ein Mensch ist.
— Seneca