Sprüche über Leid
339 Sprüche — Seite 2
Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.
Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.
Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.
— Pythagoras
Eine Welt, worin ein Hund auch nur ein einziges Mal Prügel bekommen kann, ohne sie verdient zu haben, kann keine vollkommene Welt sein!
— Christian Friedrich Hebbel
Von der Art des Denkens hängt alles ab. Vom Denken geht alles aus, wird alles gelenkt und geschaffen. Wer schlecht redet oder handelt, dem folgt Leid wie das Rad den Hufen des Zugtieres.
— Buddha
Ist die Nacht auch noch so schwarz und schwer: Die Liebe erleuchtet selbst das finsterste Dunkel.
Wen auch immer du elend sehen wirst: Wisse, dass er ein Mensch ist.
— Seneca
Nur Menschen, die die Härte des Lebens erfahren, lernen sich beugen, ohne ihren Stolz zu verlieren.
Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.
— Wilhelm Busch
Früher litten wir an Verbrechen, heute an Gesetzen.
— Tacitus
Es ist schwerer, eine Träne zu stillen, als tausend zu vergiessen.
Die Grausamkeit empört, aber die Dummheit entmutigt.
— Albert Camus
Wer Freude hat am Klagen, wird immer etwas zum Klagen finden.
— Jeremias Gotthelf
Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten.
Man muss immer wieder staunen, welche Zähigkeit der Mensch zuweilen aufbringt. Solange nur noch ein Funke Hoffnung besteht, hält man die unwahrscheinlichsten Leiden aus.
— John Knittel
Leid adelt den Menschen. Nur wer Leid erträgt, wird Glück erfahren
— Dalai Lama
Kein altes Übel ist so groß, dass es nicht von einem neuen übertroffen werden könnte.
— Wilhelm Busch
Denn zu Zeiten der Not bedarf man seiner Verwandten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Auch das Alltagsleben kann eine Tragödie sein.
— Hans Christian Andersen
So tönt kein Lied in kummervollen Stunden, als wenn der Freund das rechte Wort gefunden.
— Nikolaus Lenau
Dass die Vögel des Kummers und der Sorge über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.
All unsere sogenannten Erfolgreichen sind Leidende, Kranke mit verdorbenen Mägen, verdorbener Seele.
— John Steinbeck