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Sprüche über Leid

339 Sprüche — Seite 14

Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.

Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.

  1. Zeigt die trübe, dunkle Seite dir auch oft das Leben, ist's vom Bild doch nur der Schatten, um das Licht zu heben.

    Anastasius Grün

  2. Der höchste Schmerz, das höchste Glück, sie kennen keine Lieder; doch wenn das Leid gelindert ist, doch wenn das Glück gemindert ist, dann klingt es mächtig wieder.

    Wilhelm Hasenclever

  3. Wenn man den Hund schlagen will, so hat er Leder gefressen.

  4. Lieb ist Leides Anfang.

  5. Gezwungene Ehe - des Herzens Wehe.

  6. Wie wohl und wie wehe wird manchem in der Ehe!

  7. Selten wohl und allzeit wehe ist das täglich Brot der Ehe.

  8. Ehestand - Wehestand.

  9. Ein schäbig Pferd leidet keinen Striegel.

  10. Du suchst das Paradies und wünschest hinzukommen, wo du von allem Leid und Unfried bist entronnen. Befriedige dein Herz und mach es rein und weiß, so bist du selbst noch hier dasselbe Paradeis.

    Angelus Silesius

  11. Die Liebe hat für jedes Lebensalter seine Leiden

    Iwan Turgenjew

  12. Frauen sind im Unglück weiser als Männer, weil sie Übung darin haben.

    Eleonora Duse

  13. Für die Welt, die dunkel, in Leid verloren, ein Licht zu bringen, bist du geboren.

  14. Von dir, oh Liebe, nehm ich an den Kelch der bittern Leiden; Nur einen Tropfen dann und wann, nur einen deiner Freuden! So wird dein Kelch, oh Liebe, mir wie Feuerbecher glänzen; Auch unter Tränen …

    Johann Georg Jacobi

  15. Was ist des Menschen Leben? Ein Schwanken hierhin - dorthin - von Sorge zu Sorge. Ein Loch stopft man zu, - ein anderes ist gleich wieder da.

    Laurence Sterne

  16. Was ich besessen, bleibt unvergessen, macht schön das Erinnern, macht tragbar das Leid.

  17. Das Finden seiner selbst in dunklen Tagen ist meistens mehr Glücksache, als die Menschen gewöhnlich eingestehen wollen.

    Gottfried Keller

  18. Leid frisst das Herz und auch den Mut.

    Ernst Moritz Arndt

  19. Alles, was geschieht, ist nur Leid und Lied. Gott spielt auf der Harfe Trost sich zu.

    Klabund

  20. Wir haben alle Kraft genug, um die Leiden anderer zu ertragen.

    François de la Rochefoucauld