Sprüche über Leid
339 Sprüche — Seite 9
Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.
Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.
Alle kleinen und großen Siege im Leben kosten Mühe und Leiden, aber nicht alle Mühen und Leiden führen zum Sieg.
— Rainer Haak
Wir lächeln über das Kind, das den Stuhl schlägt, an dem es sich gestoßen hat, und klagen doch mit einer völlig ähnlichen Philosophie im Alter das Schicksal gegen Leiden an, woran wir selbst Schul …
— Georg Christoph Lichtenberg
Keinem Menschen etwas zu bedeuten, das ist eines der schwersten Leiden.
— Mutter Theresa
Wenn dich des Lebens Bürden drücken, und selbst wenn schon mit finsteren Blicken die Abendsonne auf dich scheint, und wenn die Stirn sich wirft in Falten, wenn Kummer will das Herz dir spalten, u …
Die Fliege setzt sich immer auf ein mageres Pferd.
Lieber auf Erden den Kummer tragen, als in der Erde begraben sein.
Wer in einen Brunnen stürzt, auf den wird sicher noch ein großer Stein herniederfallen.
Der ist wahrlich zu beklagen, der zum Diener ward verdammt: Mag man noch so Kluges sagen, hat der Herr allein Verstand.
— Franz Grillparzer
Die Erinnerung jeder überstandenen Not ist eine Schwester der Freude.
— Ludwig Börne
Ohne Heimat sein heißt leiden
— Fjodor M. Dostojewski
Und wenn ein Freund dich kränkte, verzeih's ihm und versteh: es ist ihm selbst nicht wohl dabei, sonst tät er dir nicht weh.
— Friedrich Rückert
Nur der Schmerz trennt und vereinzelt, in der Freude verlieren sich alle Grenzen.
— Friedrich von Schlegel
Die Betrachtung des menschlichen Elends aber macht den Weisen stets maßvoll.
— Jean-Jacques Rousseau
Unglück ist auch gut. Ich habe viel in der Krankheit gelernt, das ich nirgends in meinem Leben hätte lernen körnen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Freud und Leid sind Reiseleute, ziehen immer aus und ein; doch will dieses immer länger, jene kürzer bei uns sein.
— Friedrich von Logau
Wir müssen lernen, den Menschen weniger auf das, was er tut oder läßt, als auf das, was er leidet, anzusehen.
— Dietrich Bonhoeffer
Fasse deinen Mut zusammen! Es ist kein Elend in der Welt von beständiger Dauer.
— Adolph Freiherr von Knigge
Die Ehe ist für uns arme Sünder ein Marterstand, drum, Eltern, zwingt doch keine Kinder ins Eheband.
— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Wenn man dich plagt, so segne doch, wenn man dich hasst, so liebe noch: Es kann ein guter Mensch auf Erden durch böse Menschen besser werden
— Gerhard Tersteegen
Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn's ihm gut geht, und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.
— Kurt Tucholsky