Sprüche über Leid
339 Sprüche — Seite 13
Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.
Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.
Wir sollten offen sein für das, was uns eine späte Frucht zwischen dürr gewordenen Blättern sagt
Alle lieben Engelein sollen immer bei dir sein, damit Böses von dir flieht und dir nie ein Leid geschieht.
Erst das Leiden hat der Menschheit das Gefühl der Religion, den Gedanken eines Gottes erschaffen.
— Stefan Zweig
Es kommt das Leid, es geht die Freud', es kommt die Freud', da geht das Leid - die Tage sind nimmer dieselben.
— Theodor Storm
Jede Zeit hat ihre Wehen.
— Hermann Ferdinand Freiligrath
Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsam gewordenen Weges.
— Franz von Assisi
Keine Lieb ohne Leid.
Willst du dass dir kein Leid geschieht vom bösen Volk, so sing ihr Lied und werde selbst zum Bösewicht, so hassen sie dich länger nicht.
— Gottfried von Strassburg
Kummer unausgesprochen hat schon manches Herz gebrochen.
Oftmals wollt' ich schon verzagen und ich dacht' ich trag es nie und ich hab es doch getragen, aber, fragt mich bloß nicht, wie!
Nackt, nass und hungrig werden wir geboren. Danach wird es nur noch schlimmer
Zum Vorwärtskommen gehört Unangenehmes; wenn du höher hinauf willst als die große Menge, so mache dich zum Leiden bereit.
— Carl Hilty
So ist eben das Leben seit jeher, alles gehört dazu: Leid und Trennung und Sehnsucht. Man muss es immer mit allem nehmen und alles gut und schön finden.
— Rosa Luxemburg
O glücklich, wer ein Herz gefunden, das nur in Liebe denkt und sinnt und, mit der Liebe treu verbunden, sein schöneres Leben erst beginnt. Wo liebend sich zwei Herzen einen, nur eins zu sein in F …
— August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Verachtung des Lebens ist leicht in harter Bedrängnis. Tapfer allein ist der Mann, welcher das Unglück erträgt.
— Martial
Alte Wunde blutet leicht
Jeder Mensch ist berufen, hier und jetzt sein Schicksal auf Erden anzunehmen
Man möchte weinen, wenn man sieht, dass dies das Ende von dem Lied.
— Wilhelm Busch
Herr! Schicke was du willst, ein Liebes oder Leides; ich bin vergnügt, dass beides aus deinen Händen quillt. Wolltest mit Freuden und wolltest mit Leiden mich überschütten! Doch in der Mitten …
— Eduard Mörike
Man tritt den Frosch so lange, dass er pfeift.