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Sprüche über Leid

339 Sprüche — Seite 5

Wo Sehnsucht auf Grenzen, Verlust oder Ungerechtigkeit trifft, entsteht Leid in seinen vielen Gestalten. Es kann körperlich, seelisch oder still verborgen sein und gehört doch zu den Erfahrungen, die das Leben am tiefsten prägen. Deshalb ist dieses Thema schwer, aber unentbehrlich für jedes ernste Nachdenken über den Menschen.

Seine Wahrheit liegt darin, dass Leid nicht nur belastet, sondern Mitgefühl, Reife und Fragen nach Sinn hervorbringen kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben Schmerz und Ohnmacht eine Sprache, ohne deren Schwere zu beschönigen.

  1. Freud und Leid sind einander zur Ehe gegeben

  2. Zwischen Freude und Leid ist die Brücke nicht breit

  3. Großes Glück ist die Feuerprobe des Menschen, großes Unglück nur die Wasserprobe.

    Jean Paul

  4. Wer trüge wohl des Lebens Bürden, die bald mit ihrem dumpfen Harm ein schwaches Herz erdrücken würden, gäb uns die Freundschaft nicht den Arm!

    Christoph A. Tiedge

  5. Vielleicht heißt "leiden" nichts anderes, als ein tieferes Leben führen.

    Alexandre Vinet

  6. Durch die Liebe werden die bittersten Leiden süß, die wunderlichsten Begebenheiten gut, die kleinsten Werke groß und göttlich.

    Gerhard Tersteegen

  7. Der kann sein Leid vergessen, der es von Herzen sagt.

    Simon Dach

  8. An allen meinen Leiden ist nur die Liebe schuld.

    Giovanni Paisiello

  9. Sehnsucht involviert immer Ungeduld und bedeutet Leiden.

    Prentice Mulford

  10. Denn im Unglück pflegen die Menschen früher zu altem.

    Hesiod

  11. Wenn du Unglück leidest, klage nicht den Himmel an, sondern beuge dein Haupt und setze dich mit deiner Seele auseinander.

  12. Der Wille nämlich ist es, der dem Menschen Leiden verursacht.

    Katharina von Siena

  13. Bisweilen kommt, nachdem das Schlimmste überstanden ist noch Schlimmeres.

    Otto Weiss

  14. Trost wohnt im Himmel, und wir sind auf Erde wo nichts als Kreuz, als Sorg' und Kummer lebt

    William Shakespeare

  15. Von allen Qualen, die den Menschen heimsuchen, ist die Selbstverachtung die höchste.

    Berthold Auerbach

  16. Obwohl ich dir die Ruhe gönne, ist voller Trauer mein Herz. Dich leiden sehen und nicht helfen können, war für mich der größte Schmerz.

  17. Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds. Der Zurückbleibende leidet.

    Henry Wadsworth Longfellow

  18. Unser Schmetterling lernt fliegen. Es tut so weh.

  19. Willst du glücklich sein? Dann lerne erst leiden.

    Iwan Turgenjew

  20. Wer es dahin gebracht hat, dem eigenen Leben zuschauen zu können, ist den Leiden entronnen.

    Oscar Wilde