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Sprüche über Verlust

451 Sprüche — Seite 10

Nichts macht die Endlichkeit des Lebens so spürbar wie der Verlust. Ob ein Mensch, eine Gewissheit, eine Heimat oder eine Hoffnung schwindet, immer bleibt eine Lücke zurück, die nicht einfach mit Worten geschlossen werden kann. Darum gehört dieses Thema zu den schwersten und zugleich wahrhaftigsten Erfahrungen des Menschseins.

Seine Tiefe liegt darin, dass Verlust nicht nur nimmt, sondern auch den Blick auf das Kostbare schärft. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Leere und Erinnerung und geben jenem Schmerz Ausdruck, der noch lange nach dem Ereignis weiterwirkt.

  1. Bis die Kuh keinen Schwanz mehr hat, weiß man nicht, wozu er gut war.

  2. Die Eifersucht wird zwar immer mit der Liebe geboren, aber sie stirbt nicht immer mit ihr

    François de la Rochefoucauld

  3. Ach, hängt das wirklich von uns ab? Liebe ist ein Zwang, und dann sind wir verloren.

    Giacomo Casanova

  4. Der Natur zugefügte Verletzungen in Geldwert zu messen verleitet zur Denkweise Unwiederbringliches kaufen zu können.

    Else Pannek

  5. Es ist zwischen Wissen und Tun ein himmelweiter Unterschied. Wer aus dem Wissen allein sein Handwerk macht, der hat wahrlich acht zu geben, dass er das Tun nicht verlerne.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  6. Ein Volk, das seine eigene Sprache verlernt, gibt sein Stimmrecht in der Menschheit auf und ist zur stummen Rolle auf der Völkerbühne verwiesen.

    Friedrich Ludwig Jahn

  7. Wer von allen weiß, wie lange Kindheit dauert? Bei manchen Wesen ist sie früh verloren; bei manchen dauert sie das ganze Leben.

    Paul Keller

  8. Wenn du mit Sieg und Niederlage gleichermaßen fertig wirst, dann bist du ein richtiger Mensch

    Rudyard Kipling

  9. Dem Verschwender fehlt viel, dem Geizigen alles.

    Publius Syrus

  10. Es ist nun einmal so, dass man immer dem glaubt, der Gutes verspricht. Daher kommt es auch, dass man den Ärzten so viel Vertrauen schenkt und dass man oft, indem man ihnen glaubt, die eigene Habe verl …

    Nicolaus Machiavelli

  11. Wenn man Wunderbares betrachtet, ohne sich zu wundern, schwindet das Wunder von selbst.

  12. Mehr Dampf in einer Lokomotive erzeugen, als nötig ist für ihre höchste Bewegung, ist die Tat eines wahnsinnig gewordenen Maschinenführers. So ist der Mensch! Er rast dahin den Weg des Lebens und wird …

    Peter Altenberg

  13. So geht es vielen: Sie flüchten immer wieder in jene ideale Welt, aus der sie immer wieder hinausgeworfen werden.

    Otto Weiss

  14. Der Mensch hat das Warten verlernt. Darin liegt das Grundübel unserer Zeit.

    William Somerset Maugham

  15. Wer einen ebenbürtigen Gegner überlebt, wird entdecken, dass ihm etwas fehlt.

    Otto von Bismarck

  16. Jedesmal, wenn ein guter Mensch stirbt, ist es, als brenne eine Bibliothek ab.

  17. Wenn ein Geizhals Geld ausgibt, verliert er Blut.

  18. Wie viele treue und besorgte Blicke aus lieben Augen gehen einem verloren, während man auf das Zwinkern, das Schielen und Blinzeln der Welt rundum nur zu genau achtet!

    Wilhelm Raabe

  19. Wer aus seiner Heimat scheidet, ist sich selten bewusst, was er alles aufgibt: Er merkt es vielleicht erst dann, wenn die Erinnerung daran eine Freude seines späteren Lebens wird.

    Gustav Freytag

  20. Auf der Welt gibt es nur deshalb Liebe, weil die Menschen an die Unsterblichkeit glauben. Mit dem Aufhören des Glaubens würde die Liebe vernichtet werden.

    Fjodor M. Dostojewski