Sprüche über Verlust
451 Sprüche — Seite 5
Nichts macht die Endlichkeit des Lebens so spürbar wie der Verlust. Ob ein Mensch, eine Gewissheit, eine Heimat oder eine Hoffnung schwindet, immer bleibt eine Lücke zurück, die nicht einfach mit Worten geschlossen werden kann. Darum gehört dieses Thema zu den schwersten und zugleich wahrhaftigsten Erfahrungen des Menschseins.
Seine Tiefe liegt darin, dass Verlust nicht nur nimmt, sondern auch den Blick auf das Kostbare schärft. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Leere und Erinnerung und geben jenem Schmerz Ausdruck, der noch lange nach dem Ereignis weiterwirkt.
Ein alter und erfahrener Lotse verliert sein Schiff durch zu große Selbstsicherheit. Ein junger Lotse verliert es aus Unkenntnis und Mangel an Erfahrung.
— Daniel Defoe
Zweifel sind Verräter, sie rauben uns, was wir gewinnen können, wenn wir nur einen Versuch wagen.
— William Shakespeare
Verlieren kann die Ehre nur, wer keine hat.
— Publius Syrus
Wahre Liebe beginnt erst nach dem Verlust sämtlicher Illusionen und zaubert doch neue hervor.
— Martin Kessel
Das Geld wird abgeschafft. Ich kenn´ schon einen, der nichts mehr hat.
— Karl Marx
Die Liebe kann, wie das Feuer, nicht ohne ständigen Antrieb bestehen; sie hört auf zu leben, sobald sie aufhört zu hoffen oder zu fürchten.
— François de la Rochefoucauld
Ein Freund ist schwer zu finden und leicht zu verlieren.
Wer gewinnen kann, ist Sieger über andere. Wer verlieren kann, ist Sieger über sich selbst.
— Rainer Haak
Wollt ihr die Unterschiede vernichten, hütet euch, daß ihr nicht das Leben tötet.
— Leopold von Ranke
Der größte Verlust für das Leben ist das Hinausschieben.
— Seneca
Der Egoismus stellt sich als bester Freund vor und verscheucht dir alle Freunde.
— Eleonore van der Straten-Sternberg
Übel gewonnen - übel zerronnen.
Der Appetit kommt beim Essen; der Durst schwindet beim Trinken.
— Francois Rabelais
Wenn die Gemeinheit Genie hat und der Anstand Talent, ist der Anstand verloren.
— Emil Gött
Manches Vergnügen besteht darin, dass man mit Vergnügen darauf verzichtet.
— Peter Rosegger
Zerstören geht schnell, aber das Bauen langsam.
Auf das Schöne, das keine Freude bringt, verzichte ich gern und verachte auch seine törichten Anbeter.
— Epikur
Die Gesundheit ist wie das Salz: Man bemerkt nur, wenn es fehlt.
Was die Schelme nicht stehlen, das verderben die Narren.
— Annette von Droste-Hülshoff
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.
— Platon