Sprüche über Verlust
451 Sprüche — Seite 6
Nichts macht die Endlichkeit des Lebens so spürbar wie der Verlust. Ob ein Mensch, eine Gewissheit, eine Heimat oder eine Hoffnung schwindet, immer bleibt eine Lücke zurück, die nicht einfach mit Worten geschlossen werden kann. Darum gehört dieses Thema zu den schwersten und zugleich wahrhaftigsten Erfahrungen des Menschseins.
Seine Tiefe liegt darin, dass Verlust nicht nur nimmt, sondern auch den Blick auf das Kostbare schärft. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Leere und Erinnerung und geben jenem Schmerz Ausdruck, der noch lange nach dem Ereignis weiterwirkt.
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.
— Platon
Männer und Frauen, die zu viel geliebt worden sind, verlieren oft die Fähigkeit, selber zu lieben.
— Otto von Leixner
Auch eine nur leicht inflationäre Entwicklung ist so etwas wie eine entschädigungslose Enteignung zugunsten der Öffentlichen Hand
— Ludwig Erhard
Ein guter Name geht in Augenblicken verloren; ein schlechter wird in Jahren nicht zu einem guten.
— Jeremias Gotthelf
Das Erste, was im Krieg auf der Strecke bleibt, ist die Wahrheit.
— Samuel Johnson
Es gleicht, wer jedem zu raten, statt einem zu helfen, wählt, einer tüchtig sausenden Mühle, der es an Steinen fehlt.
— Christian Friedrich Hebbel
Das Vermögen, das du benutzt, geht zu Ende. Wissen, wenn du es benutzt, vermehrt sich.
Was der Mensch auch gewinnt, er muss es teuer bezahlen, wär es auch nur mit der Furcht, ob er's nicht wieder verliert.
— Christian Friedrich Hebbel
Wahrheit und wahrhaftiger Frieden bleiben auf der Strecke, niemand nimmt diese Werte mehr ernst.
— Dalai Lama
Wehe der Liebe, die an den Blicken der Menschen stirbt.
— Frank Wedekind
Wenn man seine Gesundheit durch ein zügelloses Leben verdorben hat, will man sie durch Arzneimittel wiederherstellen.
— Jean-Jacques Rousseau
Man läuft Gefahr zu verlieren, wenn man zuviel gewinnen möchte.
— Jean de La Fontaine
Kraft erschöpft sich — du spürst es, wenn du sie verbraucht.
— Else Pannek
Manche Menschen gehen mit dem Geld um, als müsste es vernichtet werden.
— Else Pannek
Der, der angreift, verliert.
Man ist nie so sehr bei sich, als wenn man sich verliert.
— Robert Musil
Wenn der Sünder seine Ehre verliert, so schleudert er ihr in seiner Verzweiflung nur zu oft die ganzen Überreste seiner Tugend nach.
— Thomas Babington Macaulay
Nicht einmal ein Narr verkauft mit Verlust, um den Leuten zu gefallen.
Wer irdisch' Glück zu hoch geschätzt, wird beim Verlust sehr tief verletzt.
— Heinrich Martin
Wer sich weigert, eine einmalige Gelegenheit wahrzunehmen, verliert den Preis so sicher als ob er gescheitert wäre
— William James