Sprüche über Verlust
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Nichts macht die Endlichkeit des Lebens so spürbar wie der Verlust. Ob ein Mensch, eine Gewissheit, eine Heimat oder eine Hoffnung schwindet, immer bleibt eine Lücke zurück, die nicht einfach mit Worten geschlossen werden kann. Darum gehört dieses Thema zu den schwersten und zugleich wahrhaftigsten Erfahrungen des Menschseins.
Seine Tiefe liegt darin, dass Verlust nicht nur nimmt, sondern auch den Blick auf das Kostbare schärft. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Leere und Erinnerung und geben jenem Schmerz Ausdruck, der noch lange nach dem Ereignis weiterwirkt.
Es ist fast immer der Fehler des Liebenden, es nicht zu bemerken, wenn man aufhört, ihn zu lieben.
— François de la Rochefoucauld
Immer enger, leise, leise ziehen sich die Lebenskreise, schwindet hin, was prahlt und prunkt, schwindet Hoffen, Hassen, Lieben und ist nichts in Sicht geblieben, als der letzte dunkle Punkt.
— Theodor Fontane
Der Schlaf ist ein Dieb, der uns die Hälfte unseres Lebens stiehlt.
Vielleicht müssen wir alle ein wenig ärmer werden, damit wir reicher werden.
— Horaz
Adam verlor das Paradies nur deshalb, weil es ihm geschenkt wurde.
— Christian Friedrich Hebbel
Ein Mensch kann sich durch seine Zunge zerstören.
Satire ist Humor, der die Geduld verloren hat.
— Kurt Tucholsky
Gerechtigkeit ist die feste Absicht, jedem zu geben, was ihm von Rechts wegen zukommt; Ungerechtigkeit hingegen ist es, jemandem im Namen des Rechts etwas wegzunehmen, was ihm bei richtiger Auslegun …
— Baruch de Spinoza
Du bist ins Leere entschwunden, aber im Blau des Himmels hast du eine unfassbare Spur zurückgelassen, im Wehen des Windes unter Schatten ein unsichtbares Bild.
— Rabindranath Tagore
Verzicht auf Denken ist geistige Bankrotterklärung.
— Albert Schweitzer
Die Gleichgültigkeit ist wie das Eis an den Polen: Sie tötet alles.
— Honoré de Balzac
Wer Tiere quält ist unbeseelt, weil Gottes guter Geist ihm fehlt
— Johann Wolfgang von Goethe
Was die Ebbe nimmt, bringt die Flut wieder.
Wenn ein Künstler seine herrlichen Gaben versäuft und verludert, nennt man's geniales Leben, der Schreiner, der seinen Hobel vertrinkt, ist dagegen ein Lump.
— Emil Gött
Die Herzen, die sich am schnellsten geben, nehmen sich am schnellsten zurück.
Glanz und Ehren mit Hochmut gepaart, ziehen sich selbst ins Verderben.
— Laotse
Was Du erlebt, kann Dir kein Gott mehr rauben.
— Rupert Johann Hammerling
Ein gutes Leben hat nur selten einen Menschen ruiniert. Was den Menschen ruiniert, glaubt mir, sind die dummen Geschäfte.
— Carl Fürstenberg
Wer besitzt, der lerne verlieren, wer im Glück ist, lerne Schmerz.
— Friedrich von Schiller
Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt.
— Otto von Bismarck