Sprüche über Bescheidenheit
414 Sprüche — Seite 10
Nicht im Anspruch, sondern im rechten Maß zeigt sich oft wahre Größe. Bescheidenheit bewahrt davor, das Eigene zu überschätzen, und öffnet zugleich den Blick für das, was ohne Prunk und Lärm wertvoll ist. Darum wirkt dieses Thema still, besitzt aber eine tiefe moralische Kraft.
Ihr Reiz liegt darin, dass sie weder sich selbst verleugnet noch nach Bewunderung greift. Die Sprüche zu diesem Thema schildern Bescheidenheit als Haltung der Klarheit und inneren Ordnung, in der Würde nicht aus Überhebung, sondern aus Maß entsteht.
Frauen, Priester und Hühner sind nie zufrieden.
Wer bescheiden ist, muß dulden, Und wer frech ist, der muß leiden; Also wirst du gleich verschulden, Ob du frech seist, ob bescheiden.
— Johann Wolfgang von Goethe
Das Glück begreifen, dass der Boden auf dem du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße, die ihn bedecken
— Franz Kafka
Geiz und Glück werden sich niemals kennen lernen
— Benjamin Franklin
Sich mit wenigem begnügen ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Die kleinen Dinge machen das Leben aus - so oder so.
Zu wenig und zu viel ist gleich sehr unvollkommen; im Ernst ist und im Spiel das rechte Maß willkommen.
— Friedrich Rückert
Der Geizige leidet Mangel an dem, was er hat, wie an dem, was er nicht hat.
— Publius Syrus
Übe die Regungslosigkeit, beschäftige dich mit Untätigkeit, finde im Verzicht Genuss, und du siehst das Große im Kleinen, das Viele im Wenigen.
Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen. Und wer sich mit dem Duft begnügt, den wird ihr Dorn nicht stechen.
— Friedrich von Bodenstedt
Lieber eine unordentliche Frau nehmen, als Junggeselle bleiben.
Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt
— Friedrich von Schiller
Wenn du weise bist, lebe wie du kannst, wenn du nicht so leben kannst, wie du willst.
— Baltasar Gracián y Morales
Es gibt jene, die wenig besitzen und alles geben. Das sind diejenigen, die an das Leben und den Überfluss des Lebens glauben, und ihre Hilfsquellen versiegen nie.
— Khalil Gibran
Nicht gierig, stolz, gewaltsam sei auf Erden, Aus Staub bist du, darfst nicht zu Feuer werden.
Oft sind die Bösen mit Reichtum beglückt und die Redlichen darben, doch wir segnen das Los, welches uns Darbenden fiel.
— Solon
Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut.
— Theodor Fontane
Der beste Arzt ist jederzeit des Menschen eigne Mäßigkeit.
— Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Im Maße liegt die Ordnung. Jedes Zuviel und Zuwenig setzt anstelle von Gesundheit die Krankheit.
— Sebastian Kneipp
Wunschlosigkeit führt zur inneren Ruhe.
— Laotse