Sprüche über Bescheidenheit
414 Sprüche — Seite 17
Nicht im Anspruch, sondern im rechten Maß zeigt sich oft wahre Größe. Bescheidenheit bewahrt davor, das Eigene zu überschätzen, und öffnet zugleich den Blick für das, was ohne Prunk und Lärm wertvoll ist. Darum wirkt dieses Thema still, besitzt aber eine tiefe moralische Kraft.
Ihr Reiz liegt darin, dass sie weder sich selbst verleugnet noch nach Bewunderung greift. Die Sprüche zu diesem Thema schildern Bescheidenheit als Haltung der Klarheit und inneren Ordnung, in der Würde nicht aus Überhebung, sondern aus Maß entsteht.
Die Erkenntnis der eigenen Kraft macht bescheiden.
— Paul Cezanne
Bei der Arbeit recht Beginnen, beim Genießen rechter Schluss!
— Franz Emanuel August Geibel
Die Entsagungen sind vergänglich, ihr Lohn aber bleibt beständig.
— Jean-Jacques Rousseau
Wer nie gedarbt, ist ohne Freude reich.
— Albrecht von Haller
Ein zufriedener Strassenkehrer ist mehr wert als ein neurotischer Professor.
— Eugene O'Neill
Trachte nicht nach dem ewigen Leben, sondern schöpfe das Mögliche aus!
— Pindar
Ein guter Mensch erringt einen Sieg und belässt es dabei. Er geht nicht zu Gewalttaten über.
— Laotse
Himmel und Erde, Menschen und Geister - alles liebt den Geringen, nicht den Stolzen
Ein Unverschämter kann bescheiden aussehen, wenn er will, aber kein Bescheidener unverschämt.
— Georg Christoph Lichtenberg
Wenn du dir Bier leisten kannst, trink Wasser, wenn du dir Wein leisten kannst, trink Bier.
Lieber möchte man ein Hund im Frieden als ein Mensch im Krieg sein.
Wir reden wenig, wenn wir nicht über uns reden.
— William Hazlitt
Hunger wandelt Bohnen in Mandeln.
Obwohl ich nicht täglich etwas zu essen habe, bin ich ziemlich fröhlich.
— Auguste Renoir
Ich singe, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet. Das Lied, das aus der Kehle dringt, ist Lohn, der reichlich lohnet.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wer etwas Großes will, der muss sich zu beschränken wissen, wer dagegen alles will, der will in der Tat nichts und bringt es zu nichts
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Wer des Glückes teilhaftig werden will, muss zunächst das Tor der Wünsche verschließen.
— Friedrich Georg Jünger
Die Schienbeine und die Hoffnungen soll man nicht zu weit hinausstrecken.
— Epiktet
Gerechtigkeit gibt jedem das Seine, maßt sich nicht Fremdes an und setzt den eigenen Vorteil zurück, wo es gilt, das Wohl des Ganzen zu wahren.
— Ambrosius
Wodurch wird Würd und Glück erhalten lange Zeit? Ich meine, durch nichts mehr als Bescheidenheit
— Friedrich von Logau