Sprüche über Bescheidenheit
414 Sprüche — Seite 9
Nicht im Anspruch, sondern im rechten Maß zeigt sich oft wahre Größe. Bescheidenheit bewahrt davor, das Eigene zu überschätzen, und öffnet zugleich den Blick für das, was ohne Prunk und Lärm wertvoll ist. Darum wirkt dieses Thema still, besitzt aber eine tiefe moralische Kraft.
Ihr Reiz liegt darin, dass sie weder sich selbst verleugnet noch nach Bewunderung greift. Die Sprüche zu diesem Thema schildern Bescheidenheit als Haltung der Klarheit und inneren Ordnung, in der Würde nicht aus Überhebung, sondern aus Maß entsteht.
Die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten.
— Theodor Fontane
Je jünger, einfacher und frömmer die Völker, desto mehr Tierliebe.
— Jean Paul
Wenn man große Mengen isst, so ist der Wohlgeschmack klein; wenn man kleine Mengen isst, ist der Wohlgeschmack groß.
Für einen Gast, der in kalter Nacht eintrifft, ist Tee so gut wie Wein.
Ja, renn nur nach dem Glück, doch renne nicht zu sehr. Denn alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher. Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht anspruchslos genug, drum ist all sein Str …
— Bertolt Brecht
Für beides danken: Für das, was wir haben, und für das, was wir nicht brauchen
Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein, und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt
— Theodor Fontane
Gesegnet sei der, der nichts erwartet. Er wird nie enttäuscht werden.
— Alexander Pope
Dem Sparsamen fällt es leichter, sich ans Verschwenden zu gewöhnen, als dem Verschwender, sich zum Sparen aufzuraffen.
Tee zu servieren, zeugt von Geschmack für das Erlesene, denn Tee macht gesellig und höflich, er ist anregend und bescheiden.
— John Galsworthy
Verlass alles, dann findest du alles; gib Abschied der Begierde, dann kommt dir die Ruhe entgegen.
— Thomas à Kempis
Wer wenig bedarf, kommt nicht in die Lage, auf vieles verzichten zu müssen
— Plutarch
Wer verborgen bleibt, hat ein schönes Leben.
— Ovid
Eine größere Gabe als die Fähigkeit zum Maßhalten kann der Himmel keinem schenken.
— Konfuzius
Gott segne den, der Besuche macht - aber kurze.
Lebe so, dass du deine Tagen nicht zu verheimlichen brauchst, aber auch kein Verlangen hast, sie zur Schau zu stellen
— Leo Tolstoi
Frauen, Priester und Hühner sind nie zufrieden.
Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.
— Berthold Auerbach
Wer bescheiden ist, muß dulden, Und wer frech ist, der muß leiden; Also wirst du gleich verschulden, Ob du frech seist, ob bescheiden.
— Johann Wolfgang von Goethe
Das Glück begreifen, dass der Boden auf dem du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße, die ihn bedecken
— Franz Kafka