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Sprüche über Bescheidenheit

414 Sprüche — Seite 9

Nicht im Anspruch, sondern im rechten Maß zeigt sich oft wahre Größe. Bescheidenheit bewahrt davor, das Eigene zu überschätzen, und öffnet zugleich den Blick für das, was ohne Prunk und Lärm wertvoll ist. Darum wirkt dieses Thema still, besitzt aber eine tiefe moralische Kraft.

Ihr Reiz liegt darin, dass sie weder sich selbst verleugnet noch nach Bewunderung greift. Die Sprüche zu diesem Thema schildern Bescheidenheit als Haltung der Klarheit und inneren Ordnung, in der Würde nicht aus Überhebung, sondern aus Maß entsteht.

  1. Die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten.

    Theodor Fontane

  2. Je jünger, einfacher und frömmer die Völker, desto mehr Tierliebe.

    Jean Paul

  3. Wenn man große Mengen isst, so ist der Wohlgeschmack klein; wenn man kleine Mengen isst, ist der Wohlgeschmack groß.

  4. Für einen Gast, der in kalter Nacht eintrifft, ist Tee so gut wie Wein.

  5. Ja, renn nur nach dem Glück, doch renne nicht zu sehr. Denn alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher. Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht anspruchslos genug, drum ist all sein Str …

    Bertolt Brecht

  6. Für beides danken: Für das, was wir haben, und für das, was wir nicht brauchen

  7. Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein, und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt

    Theodor Fontane

  8. Gesegnet sei der, der nichts erwartet. Er wird nie enttäuscht werden.

    Alexander Pope

  9. Dem Sparsamen fällt es leichter, sich ans Verschwenden zu gewöhnen, als dem Verschwender, sich zum Sparen aufzuraffen.

  10. Tee zu servieren, zeugt von Geschmack für das Erlesene, denn Tee macht gesellig und höflich, er ist anregend und bescheiden.

    John Galsworthy

  11. Verlass alles, dann findest du alles; gib Abschied der Begierde, dann kommt dir die Ruhe entgegen.

    Thomas à Kempis

  12. Wer wenig bedarf, kommt nicht in die Lage, auf vieles verzichten zu müssen

    Plutarch

  13. Wer verborgen bleibt, hat ein schönes Leben.

    Ovid

  14. Eine größere Gabe als die Fähigkeit zum Maßhalten kann der Himmel keinem schenken.

    Konfuzius

  15. Gott segne den, der Besuche macht - aber kurze.

  16. Lebe so, dass du deine Tagen nicht zu verheimlichen brauchst, aber auch kein Verlangen hast, sie zur Schau zu stellen

    Leo Tolstoi

  17. Frauen, Priester und Hühner sind nie zufrieden.

  18. Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.

    Berthold Auerbach

  19. Wer bescheiden ist, muß dulden, Und wer frech ist, der muß leiden; Also wirst du gleich verschulden, Ob du frech seist, ob bescheiden.

    Johann Wolfgang von Goethe

  20. Das Glück begreifen, dass der Boden auf dem du stehst, nicht größer sein kann, als die zwei Füße, die ihn bedecken

    Franz Kafka