Sprüche über Bescheidenheit
414 Sprüche — Seite 19
Nicht im Anspruch, sondern im rechten Maß zeigt sich oft wahre Größe. Bescheidenheit bewahrt davor, das Eigene zu überschätzen, und öffnet zugleich den Blick für das, was ohne Prunk und Lärm wertvoll ist. Darum wirkt dieses Thema still, besitzt aber eine tiefe moralische Kraft.
Ihr Reiz liegt darin, dass sie weder sich selbst verleugnet noch nach Bewunderung greift. Die Sprüche zu diesem Thema schildern Bescheidenheit als Haltung der Klarheit und inneren Ordnung, in der Würde nicht aus Überhebung, sondern aus Maß entsteht.
Bescheiden ist, wer sich den Käse mit den größten Löchern nimmt.
— Adolph Freiherr von Knigge
Meine Wünsche streifen an das Unmögliche: So habe ich ihren Flug und Zug nachsehen lernen, wie dem der Vögel in der blauen Luft.
— Adele Schopenhauer
Zur Energie des Handelns gehört auch die Energie des Entsagens
— Ludwig Purtscheller
Das Ideal der Einfachheit macht das Leben in der modernen Gesellschaft noch schwieriger
— Vincent van Gogh
Hast du ein zufriedenes Herz, so ist's genug, um froh zu sein.
— Titus Maccius Plautus
Könige krönen ist leicht, doch Könige zügeln ist schwierig
— Solon
Um Frankreich zu regieren, bedarf es heftiger Worte und maßvoller Taten
— Leon Gambetta
Drei Dinge muss der Mensch wissen, um gut zu leben: Was für ihn zu viel, was für ihn zu wenig, und was genau richtig ist
Wer Autorität haben will, muss bescheiden sein und sein Unrecht unverhohlen einzugestehen wissen.
— Richard Rothe
Genieße was du hast, als ob du noch heute sterben solltest, aber spar es auch, als ob du ewig lebtest. Der allein ist weise, der, beide eingedenk, im Sparen zu genießen, im Genuß zu sparen weiß.
— Christoph Martin Wieland
Der Mensch soll aus Gesundheit freudig, aus Überzeugung mäßig und aus Verständnis gut essen.
— Carl Friedrich von Rumohr
Das Glück ist im Grunde nichts anderes als der mutige Wille, zu leben, indem man die Bedingungen des Lebens annimmt
— Maurice Barrès
Mit dem Glück verhält es sich wie mit den Uhren: die einfachsten gehen am besten
— Nicolas Chamfort
Der Ruhm, welcher von denen flieht, die ihn suchen, folgt denen nach, welche sich nicht um ihn bemühen.
— Jacob Christoph Burckhardt
Welcher Reichtum ist größer als der des Bedürfnislosen? Welche Macht ist großer als die des Unabhängigen?
— Francesco Petrarca
Man soll frei sein, aber man soll gerecht und maßvoll sein.
— Alexandre Vinet
Solche, die sich niemand aufdrängen, nennt man nicht etwa bescheiden, sondern hochmütig.
— Otto Weiss
Der Mensch braucht wenig und auch das nicht lang.
— Edward Young
Kleines Wasser macht niemand reich, best fischen ist im großen Teich
— Georg Rollenhagen
Den vollen wahren Lebensgenuss findet nur, wer sich die Freude am Kleinen bewahrt, ja die Geduld am Unvollkommenen behauptet.
— Theodor Toeche-Mittler