Sprüche über Fleiss
673 Sprüche — Seite 27
Was vollendet erscheint, verdankt sich nur selten bloßem Talent. Fleiss ist jene stille Kraft, die wiederholt, verbessert, durchhält und selbst dort noch weiterarbeitet, wo die erste Begeisterung längst verflogen ist. Deshalb gilt er seit jeher als Grundlage verlässlicher Leistung und dauerhaften Gelingens.
Sein Ansehen rührt daher, dass er nicht blendet, sondern trägt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Fleiss mit Geduld, Ordnung und Zieltreue verbunden ist und warum viele große Ergebnisse am Ende auf der unspektakulären Bereitschaft beruhen, das Notwendige immer wieder zu tun.
Soll sich lohnen deine Müh', halt' junge Hennen, alte Küh'.
Arbeit gern und sei nicht faul, Gebratenes fliegt nicht ins Maul.
Ein Mann ist das Kind seiner Werke.
Behalt deine Ziele fest im Blick, du wirst sehen, so kommt das Glück!
Wenn du fleißig bist und gut, Zuversicht und Lebensmut hast bei deinem Streben, wirst du glücklich sein im Leben.
Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quelle.
— Johann Gottfried Herder
Tu, was du kannst und lass das andre dem, der's kann, zu jedem Werk gehört ein ganzer Mann. Zwei Hälften machen zwar ein Ganzes, aber merk: aus halb und halb getan entsteht kein ganzes Werk.
— Friedrich Rückert
Tu stets deine Pflicht, doch vergiss dabei nicht, dass ein fröhliches Gesicht am meisten besticht.
Musterhaft und meisterhaft wirst du nie in allen Dingen, dennoch nach der Meisterschaft musst du unaufhörlich ringen.
Durchs Leben führen zwei Zauberworte, sie öffnen zu jeglichem Glück die Pforte. "Ich will" ist der Schlüssel, aber "ich kann" ist unerläßlich der Bart daran.
Sei nicht ein Wind- und Wetterhahn und fang nicht immer Neues an. Was du einmal begonnen hast, das führ zu Ende ohne Rast.
Gleich einer Schule ist das Leben, Aufgaben gibt es schwer und viel; nach besseren Noten gilt das Streben, ein gutes Zeugnis ist das Ziel.
Sei fleißig wie ein Bienchen und sanft wie ein Kaninchen, so sauber wie ein Kätzchen, dann kriegst du auch ein Schätzchen.
Ich will! - Das Wort ist mächtig, spricht's einer ernst und still; die Sterne reißt's vom Himmel, das eine Wort: Ich will!
— Friedrich Halm
Alle Tag ein Stückerl weiter, alle Tag ein bisserl gescheiter.
Der Jugend Fleiss, des Alters Ehr'
Fleiss bringt Brot - Faulheit Not.
Viel Fleiss und wenig Gewissen macht den Beutel voll.
Dem Fleissigen guckt der Hunger wohl zuweilen ins Fenster, aber ins Haus darf er nicht kommen.
Fleiss hat immer was übrig.