622 Sprüche — Seite 34
Was vollendet erscheint, verdankt sich nur selten bloßem Talent. Fleiss ist jene stille Kraft, die wiederholt, verbessert, durchhält und selbst dort noch weiterarbeitet, wo die erste Begeisterung längst verflogen ist. Deshalb gilt er seit jeher als Grundlage verlässlicher Leistung und dauerhaften Gelingens.
Sein Ansehen rührt daher, dass er nicht blendet, sondern trägt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Fleiss mit Geduld, Ordnung und Zieltreue verbunden ist und warum viele große Ergebnisse am Ende auf der unspektakulären Bereitschaft beruhen, das Notwendige immer wieder zu tun.
Wer sich anspannen lässt, der muss ziehen.
Wer bauen will, muss zwei Pfennige für einen rechnen.
Es ist eine Schande, lange dienen und doch ungeschickt bleiben.
Wer zeitig feiern will, muss fleissig arbeiten
Nach vielen Feiertagen kommt selten ein guter Werktag
Besser zweimal fragen als einmal irregehen
Die Frau muss selber sein die Magd, soll's gehen, wie es ihr behagt
Warte nie, bis du Zeit hast!
Angst und Schrecken bringen den Lahmen auf die Beine.
Was die Egge bestrichen und die Hacke bedecket, das folgt dem Erbe
Der Faule sucht einen Herrn, der ihm in der Woche sieben Feiertage gibt
Die Faulen kehren sich lang im Bett und wenden dem Teufel den Braten
Willst du nicht lernen mit der Feder schreiben, schreib mit der Mistgabel
Wer alle Tage feiert, der fragt nichts nach dem Sonntag
Wer nichts recht tut, hat nie Feierabend
Fragen kostet kein Geld und wird einem kein Zahn davon stumpf
Nicht auf jede Frage gehört eine Antwort
Wer früh aufsteht, viel verzehrt, wer spät aufsteht, den Gott ernährt
Früh auf und spät nieder bringt verlornes Gut wieder
Einem faulen Bauern ist kein Pflug gut genug.