Sprüche über Fleiss
673 Sprüche — Seite 30
Was vollendet erscheint, verdankt sich nur selten bloßem Talent. Fleiss ist jene stille Kraft, die wiederholt, verbessert, durchhält und selbst dort noch weiterarbeitet, wo die erste Begeisterung längst verflogen ist. Deshalb gilt er seit jeher als Grundlage verlässlicher Leistung und dauerhaften Gelingens.
Sein Ansehen rührt daher, dass er nicht blendet, sondern trägt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Fleiss mit Geduld, Ordnung und Zieltreue verbunden ist und warum viele große Ergebnisse am Ende auf der unspektakulären Bereitschaft beruhen, das Notwendige immer wieder zu tun.
Was der Acker nicht trägt, muss der Buckel tragen.
Was einer angefangen oder zugeschnitten, soll ein anderer nicht ausmachen.
Wer nichts an die Angel steckt, der fängt nichts.
Wenn du die Angel ziehst zu früh, so fängst du nie.
Angst und Schrecken bringen den Lahmen auf die Beine.
Wer sich anspannen lässt, der muss ziehen.
Wer bauen will, muss zwei Pfennige für einen rechnen.
Es ist eine Schande, lange dienen und doch ungeschickt bleiben.
Was die Egge bestrichen und die Hacke bedecket, das folgt dem Erbe
Der Faule sucht einen Herrn, der ihm in der Woche sieben Feiertage gibt
Die Faulen kehren sich lang im Bett und wenden dem Teufel den Braten
Willst du nicht lernen mit der Feder schreiben, schreib mit der Mistgabel
Wer zeitig feiern will, muss fleissig arbeiten
Wer alle Tage feiert, der fragt nichts nach dem Sonntag
Nach vielen Feiertagen kommt selten ein guter Werktag
Wer nichts recht tut, hat nie Feierabend
Was ein Streber werden will, krümmt sich beizeiten.
— Peter Hille
Bei fleißiger Arbeit und guter Verdauung verbessert sich auch deine Weltanschauung.
— Eduard von Bauernfeld
Wer im Großen siegen will, sei im Kleinen fleißig; von eins, zwei kommt man zu drei, von dem Drei zu Dreißig
— Ernst Moritz Arndt
Besser zweimal fragen als einmal irregehen