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Sprüche über Schicksal

444 Sprüche — Seite 11

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Zufriedenheit mit seiner Lage ist der größte und sicherste Reichtum.

    Marcus Tullius Cicero

  2. Das Schicksal geht mit uns wie mit Pflanzen um: es macht uns durch kurze Fröste reifer.

    Jean Paul

  3. Aber alles, was kommen wird, ist unsicher: Lebe für den Augenblick!

    Plutarch

  4. Wir selbst tragen Verantwortung für unser Schicksal. Wir können unser eigener Segen sein oder unser eigenes Unheil

  5. Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst, sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen.

    Fjodor M. Dostojewski

  6. Klage nicht, dass dir im Leben ward vereitelt manches Hoffen. Hat, was du gefürchtet eben, doch auch meist dich nicht betroffen.

    Friedrich Rückert

  7. Glücklich das Genie, dem nie das Glück lächelte. Es ist sich selbst so ungeheuer viel. Was soll ihm das Glück noch sein?

    Richard Wagner

  8. Wir sind alle stark genug um zu ertragen was anderen zustößt

    François de la Rochefoucauld

  9. Wie oft das größte Glück zerstört ein Augenblick!

    Anaximander

  10. Alles geschieht in der Welt der Poesie wegen, die Geschichte ist der allgemeinste Ausdruck dafür, das Schicksal führt das große Schauspiel auf.

    Achim von Arnim

  11. Das Schicksal ist: die Vollmacht des Tyrannen für seine Verbrechen, die Entschuldigung des Toren für sein Versagen.

    Ambrose Bierce

  12. Die Anteilnahme der Nebenmenschen an unserem Schicksal ist Schadenfreude, Zudringlichkeit und Besserwisserei in wechselndem Gemisch.

    Arthur Schnitzler

  13. Wir lächeln über das Kind, das den Stuhl schlägt, an dem es sich gestoßen hat, und klagen doch mit einer völlig ähnlichen Philosophie im Alter das Schicksal gegen Leiden an, woran wir selbst Schul …

    Georg Christoph Lichtenberg

  14. Man sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und kann noch kommen, sondern sagen: "Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vorhat".

    Selma Lagerlöf

  15. Das Schicksal ist ein Wirbelwind, ein armes Blatt das Menschenkind. Er treibt's zu Tal, er hebt's zum Hügel - das Blättchen rühmt sich seiner Flügel!

    Hieronymus Lorm

  16. Was Schicksal ist, läßt sich nicht definieren, nur sehend erleben.

    Oswald Spengler

  17. Der hat ein schweres Los, der mit einer silbernen Reisschale betteln muss

  18. Dem Nächsten muß man helfen: Es kann uns allen ja Gleiches begegnen

    Friedrich von Schiller

  19. Dunkel ist des Glückes launenhafter Gang, ein ungreifbar, unergründliches Rätselspiel.

    Euripides

  20. Glück ist der Augenblick, in dem das Schicksal uns vergisst.