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Sprüche über Schicksal

444 Sprüche — Seite 18

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Ob der Mensch seine Pläne zustande bringt, der Himmel fügt es.

  2. Sind die Hasen erlegt, schlachtet man die Hunde.

  3. Häufig führen sogar schlechte Ratschläge besser zum Erfolg als gute, da das Schicksal das meiste nach Laune fügt.

    Sallust

  4. Du entgehst nicht dem Verhängnis! Diesen Glauben hast du, merke, nicht dass er dich in Bedrängnis mutlos mache, sondern stärke.

    Friedrich Rückert

  5. Unglücksfälle sind wie Messer: Entweder sie arbeiten für uns oder schneiden uns, je nachdem, ob wir sie am Griff oder an der Schneide anfassen.

    James Russell Lowell

  6. Es ist kein Leben davon frei, ein jedes hat seine Regenzeit und Tage trüb und traurig.

    Henry Wadsworth Longfellow

  7. Wie manches anders kommt, als man's gedacht. Allein, was tut's? Wir wollen darum nicht minder fröhlich sein!

    Franz Grillparzer

  8. Meine Leiden sind das Werk der Natur, mein Glück aber ist mein Werk.

    Jean-Jacques Rousseau

  9. Wenn wir gerechter wären, würden wir zugeben, dass jedes Leben mehr frohe als trübe Sekunden gehabt hat.

    Carl Ludwig Schleich

  10. Der Tor hat Angst vorm Schicksal, der Weise trägt es.

    Publius Syrus

  11. Schwere Tage wirkten bedeutender als all jene Tage, die in den Hörsälen und über den Büchern verbracht werden.

    Wilhelm Raabe

  12. Wohin kämen wir, wenn nicht ab und zu etwas unseren Weg versperrte?

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  13. Kleine Gelegenheiten sind oftmals der Beginn von großen Unternehmungen.

    Demosthenes

  14. Der Mensch ist nun einmal nicht dazu geboren auf Erden ein vollkommenes Glück zu genießen.

    Erasmus von Rotterdam

  15. Der Mensch hat nicht ein und dasselbe Leben. Er hat viele Leben hintereinander und das ist die Ursache seines Unglücks

    Francois René de Chateaubriand

  16. Wenn der Mensch zu seinem Leide von heute nicht immer auch sein Leid von gestern und morgen hinzurechnete, so wäre jedes Schicksal erträglich

    Rupert Johann Hammerling

  17. Vergangenheit ist unabänderlich. Getragen wiegt sie leichter als geschleppt.

    Else Pannek

  18. Alles ist also im Menschen, wie überall, im voraus sicher und bestimmt, und die menschliche Seele ist somit eine Art geistiger Automat.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  19. Die Zeit ist schnell, noch schneller ist das Schicksal. Wer feig des einen Tages Glück versäumt, er holt’s nicht ein, und wenn ihn Blitze trügen

    Theodor Körner

  20. Die Liebe gleicht einem Fieber; sie überfällt uns und schwindet, ohne dass der Wille im Geringsten beteiligt ist

    Stendhal