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Sprüche über Schicksal

444 Sprüche — Seite 15

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Wenn man beim Stiche der Biene oder des Schicksals nicht stille hält, so reißet der Stachel ab und bleibt zurück.

    Jean Paul

  2. So wie der Wind mit den Blättern spielt, genauso spielt das Schicksal mit uns. Man kann die Sonne meiden, und auch das Licht, doch das was man liebt vergißt man nicht.

  3. Die Irrtümer des Lebens rufen nach verzeihender Schönheit; sie kann ihre Einsamkeit zur Harmonie mit dem Ganzen verwandeln

  4. Ein jeder kriegt, ein jeder nimmt in dieser Welt, was ihm bestimmt.

    Wilhelm Busch

  5. Sei ohne Harm und ohne Groll, die Welt ist manchen Zufalls voll. Wenn du stets schaffst in guter Ruh, fällt dir vielleicht ein Glückslos zu.

  6. Das Schicksal einer Gesellschaft wird dadurch bestimmt, wie sie ihre Lehrer achtet

    Karl Theodor Jaspers

  7. Nur vorwärts frisch und frei den Blick, darfst ihn nicht trübe senken; dir wird beschieden dein Geschick, doch - selber kannst du's lenken.

    Wilhelm Hasenclever

  8. Jeder muss sein Säcklein tragen, mancher groß und mancher klein. Doch statt über Last zu klagen, solltest du zufrieden sein.

  9. Ich rechne nie! Auf die Art kann's Schicksal mir auch nie einen Strich durch die Rechnung machen.

    Johann Nepomuk Nestroy

  10. Unter allem, was die Weisheit zum glücklichen Leben beiträgt, von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine g …

    Epikur

  11. Das Leben verlieren ist keine große Sache; aber zusehen, wie der Sinn des Lebens aufgelöst wird, das ist unerträglich.

    Albert Camus

  12. Deinen Deiner künftigen Tage trübe nur die kleinste Plage, möchten sie doch, mild und rein, alle Frühlingstage sein.

  13. Arbeitsamkeit ist die beste Lotterie.

  14. Wer Pech knetet, klebt seine eigenen Hände zusammen

    Johann Wolfgang von Goethe

  15. Man muß sein Brot mit dem Messer schneiden, das einem das Schicksal, ob stumpf oder scharf, dazu in die Hand gibt.

    Wilhelm Raabe

  16. Wenn die Katze Unglück haben soll, bleibt ihr die Maus im Halse stecken.

  17. Das Schicksal zürnt uns, aber zuweilen erscheint doch zwischen den ernsten Zügen noch ein freundliches Lächeln; wer weiß wie viele Mittel es uns noch darbietet, um seine Gunst wiederzugewinnen.

    Carl Philipp Gottfried von Clausewitz

  18. Die Weisesten merken höchstens nur, wie das Schicksal sie leitet und sind es zufrieden.

    Johann Georg Adam Forster

  19. Es gibt Menschen, die das Leben erleiden und es gibt Menschen, die das Leben nach eigenem Willen gestalten.

    Charles Ferdinand Ramuz

  20. Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu steh’n. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen.

    Kurt Tucholsky