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Sprüche über Schicksal

444 Sprüche — Seite 6

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Wer Glück liebt, muss auch sein Unglück willkommen heißen. Das ganze Leben ist nicht der Sorge wert.

    Ludwig Tieck

  2. Was aber die Leute gemeiniglich das Schicksal nennen, sind meistens nur ihre eigenen dummen Streiche.

    Arthur Schopenhauer

  3. Man darf die Hoffnung, selbst an der Grenze der Verzweiflung nicht sinken lassen, mag sie uns auch noch so oft verhöhnt, geäfft und sich schnöde von uns gewendet haben.

    Heinrich Martin

  4. Wer sich dem Zufall überlässt, ist ein hilflos treibendes Stück Holz auf dem Wasser

    Nikolaus B. Enkelmann

  5. Ja, wer vom Schicksal ausersehen zu einem sturmbewegten Leben, dem darf kein Weib zur Seite stehn in seinem Kämpfen, seinem Streben

    Alexander Puschkin

  6. Selten tritt dem Weisen das Schicksal in den Weg

    Seneca

  7. Obwohl jeder das Schicksal hat, einmal zu sterben, lege deinen Kopf nicht in den Rachen des Löwen.

    Saadi Moscharrefoddin

  8. Ein frei denkender Mensch bleibt nicht da stehen, wo der Zufall ihn hinstößt.

    Heinrich von Kleist

  9. Schuld haben sie beide nicht: Weder der Mensch, noch das Schicksal; sie passen nur immer ganz genau aufeinander.

    Wilhelm Raabe

  10. Die Vorsehung gibt uns nicht zweimal die Hand.

    John Galsworthy

  11. Der tröstende Gedanke aber bleibt fort und fort, dass Gott auch widrige und schmerzliche Schicksale nur aus Liebe sendet, um unsere Gesinnungen zu läutern.

    Wilhelm von Humboldt

  12. Weise ist, wer sich helfen kann, wenn etwas Unvorhergesehenes geschieht.

  13. Ein einz'ger Augenblick kann alles umgestalten.

    Karl Maria von Weber

  14. Alle Tragödien beendet der Tod, alle Komödien die Ehe

    Lord Byron

  15. Wer von den ungewissen Ereignissen der Zukunft nichts erhofft und nichts befürchtet, ist wahrhaft klug.

    Anatole France

  16. Auf jedes Menschen Angesicht liegt leise dämmernd ausgebreitet ein sanfter Abglanz von dem Licht des Sternes, der sein Schicksal leitet. Der Genius der Harmonie wird dich mit seinen Wundertönen …

    Georg Friedrich Rudolph Herwegh

  17. Nur ein Narr sorgt sich über Angelegenheiten, die er nicht beeinflussen kann.

    Samuel Johnson

  18. Diese Welt ist eine Treppe; der eine steigt hinauf, der andere steigt hernieder.

    Katharina von Siena

  19. Was Medikamente nicht heilen, heilt das Schwert, was das Schwert nicht heilt, heilt das Feuer, was aber das Feuer nicht heilt, muss als unheilbar angesehen werden.

    Hippokrates von Kós

  20. Liebe hat die Eigenart, nicht vernünftig sein zu können

    Józef Ignacy Kraszewski