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Sprüche über Schicksal

444 Sprüche — Seite 22

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Ich weiß, ich werde nicht sehr lange leben. Aber ist das denn traurig? Ist ein Fest schöner, weil es länger ist?

    Paula Modersohn-Becker

  2. Hätte man Verstand, brauchte man keine Gottheit; so aber macht man dich, Schicksal, zur himmlischen Göttin.

    Juvenal

  3. Viele Leute verwechseln schlechtes Management mit Schicksal.

    Kin Hubbard

  4. Dank ist eine seltene Gabe des selten gütigen Schicksals; aber an den steilen Höhen des Geschäftslebens, in seinen Morästen und Einöden muss man nie nach ihr botanisieren, sonst bringt man nur wunde F …

    Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau

  5. Wie ohnmächtig stehen wir da vor dem Weltgang, indem es keine rückwärtsleitende Macht über geschehene Dinge gibt, welche wieder herstellen könnte, was wir verloren haben.

    August Pauly

  6. Schichtenweise liegen die Schicksale der Menschen übereinander und bauen die Zeiten auf.

    August Pauly

  7. Was die Chirurgen noch nicht fertig gebracht, Amputationen am Herzen, das übt das Schicksal seit ewigen Zeiten an uns.

    August Pauly

  8. Mehr noch als der Reiche, der sein Geld in eisernen Truhen verwahrt hat, musst du vor dem Räuber Schicksal zittern, der du deine Schätze in Menschenherzen angelegt hast.

    August Pauly

  9. Dunkel und verhüllt sind die Endzwecke des Schicksals und doch befördern wir täglich durch unser Tun und Denken – wenn auch scheinbar das Gegenteil – den geheimen Gang desselben.

    Heinrich Martin

  10. Beherrsche Deine Gefühle; es ist zwar ein schwerer Kampf, aber Du wirst auch viel freier Dein Leben genießen, weil Du alsdann nicht fortwährend vom Schicksal abhängig bist.

    Heinrich Martin

  11. Nur Unglück, welches plötzlich an uns heran tritt, fordert uns heraus, zu zeigen, ob wir klein oder groß sind.

    Heinrich Martin

  12. Oft ist es die Angst vor einem Übel, die uns zu einem schlimmeren führt.

    Nicolas Boileau-Despreaux

  13. Zwei Dinge soll'n den tapfern Mann nicht mit Verdruss erfassen: Die, die er nicht ändern kann, und die sich ändern lassen

    Julius Lohmeyer

  14. Es hängt von der Breite des Schicksals ab, wieviel unvergess- und unverwischbare Spuren es in der Seele hinterlässt.

    Jakob Wassermann

  15. Das Schicksal behandelte mich schlecht, ich schaute es an und lachte, damit niemand sah, wie bitter der Becher war, den ich trank. Die Fröhlichkeit kam vorbei, hielt an bei mir, und sagte: "Ich k …

    Ella Wheeler Wilcox

  16. Gedanke ist nur ein anderer Name für Schicksal, also wähle dir dein Schicksal selbst! Liebe bringt Liebe, und Hass bringt Hass!

    Ella Wheeler Wilcox

  17. Wer Pech hat, den beisst der Hund auch, wenn er ein Kamel reitet.

  18. Wer Pech hat, ersäuft auch in der Pfütze

  19. Dem Elend wolle nie mit Spötterworten nahen. Wer glaubte wohl sein Glück von ewigem Bestand?

    August Lafontaine

  20. Tatlos flüchtet der Feige beim Nahen des drohenden Schicksals; nur der kühnere Mann bietet voll Mut ihm die Stirn.

    Georg Keil