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Sprüche über Schicksal

444 Sprüche — Seite 9

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Lass' Dich nicht von dem beunruhigen, was erst noch kommen soll! Wenn es Dir bestimmt ist, wirst Du die Zukunft schon erleben - im Besitz der gleichen geistigen Kräfte, mit denen Du jetzt die Ge …

    Mark Aurel

  2. Jede Stunde, die wir leben, ist eine Sterbestunde für irgendwen.

    Anton Wildgans

  3. Gebunden führt der Schmerz uns alle durch das Leben. Sanft, wenn wir willig gehn, rauh, wenn wir widerstreben.

    Albrecht von Haller

  4. Bedenke, dass Du nur Schaupieler bist in einem Stücke, das der Spielleiter bestimmt.

    Epiktet

  5. Schicksalsschläge sind Bewährungsproben für die Lebensgrundsätze. Ohne sie würde niemand recht wissen, ob er ein ehrlicher Mensch ist oder nicht.

    Henry Fielding

  6. Wenn dein Leiden sich mehrt, so mehrt sich die Kraft, es zu tragen.

    Johann Kaspar Lavater

  7. Wer nicht hart genug ist, dem Leben seine Bedingungen aufzuprägen, der muss die Bedingungen hinnehmen, die es ihm bietet.

    George Eliot

  8. Trotz Glück und Unglück, trotz vieler Zufälle und Zwischenfälle, das Leben ist letztlich doch das, was man daraus macht.

  9. Oft kommt das Glück durch eine Tür herein, von der man gar nicht wusste, dass man sie offen gelassen hatte.

    John Barrymore

  10. Wo der Tod auf uns wartet, ist unbestimmt, wir wollen überall auf ihn gefasst sein.

    Michel de Montaigne

  11. Der Mensch wandelt immer zwischen Abgründen, und ob er will oder nicht, besteht seine ihm eigenste Aufgabe darin, sein Gleichgewicht zu bewahren.

    José Ortega y Gasset

  12. Leben ist, was einem begegnet, während man auf seine Träume wartet.

  13. Die Kunst zu leben hat mit der Fechtkunst mehr Ähnlichkeit als mit der Tanzkunst, insofern man auch auf unvorhergesehene Streiche gerüstet sein muss.

    Mark Aurel

  14. Der Mensch ist nicht allein ein Werk der Umstände, sondern die Umstände sind ein Werk des Menschen.

    Benjamin Disraeli

  15. Sympathie ist der wichtigste Faktor jedes Schicksals. Sympathie ist Kraft.

    Prentice Mulford

  16. Wer ohne Murren sich dem Schicksal unterwirft, ist bei uns weise.

    Euripides

  17. Ich bin ein alter Menn und habe viel Unglück kennen gelernt, doch das meiste davon ist mir nie zugestoßen.

    Mark Twain

  18. Wenn ich gut gegessen habe, ist meine Seele stark. Daran kann auch der schwerste Schicksalsschlag nichts ändern.

    Jean-Baptiste Molière

  19. Sklavische Hingabe an die Launen des Schicksals ist eines denkenden Menschen unwürdig.

    Heinrich von Kleist

  20. Es gibt Dinge, die man nicht sagen kann, weil es keine Worte gibt, um sie zu sagen.

    Frederico Garcia Lorca