Sprüche über Sorgen
393 Sprüche — Seite 14
Was noch nicht eingetreten ist, kann das Herz oft stärker bedrängen als das Wirkliche selbst. Sorgen kreisen um Verlust, Unsicherheit und mögliche Gefahren und zeigen damit, wie eng Denken und Empfinden verflochten sind. Deshalb ist dieses Thema so alltäglich und zugleich so tief in der menschlichen Verletzlichkeit verankert.
Ihr Problem liegt darin, dass sie selten lösen, was sie unablässig bewegen. Die Sprüche zu diesem Thema fassen die Last des Vorausdenkens in Worte und erinnern daran, dass Vertrauen, Maß und Gegenwart oft heilsamer sind als endloses Grübeln.
Der Weise ist besorgt, sein Vermögen zu erhalten, auch wohl zu vermehren. Daher er unnützen Aufwand meidet, um die Mittel zu haben zu unvorhergesehenen Ausgaben.
— Karl Julius Weber
In allen menschlichen Dingen zeigt sich bei genauer Prüfung, dass man nie einen Übelstand beseitigen kann, ohne dass daraus ein anderer entsteht.
— Nicolaus Machiavelli
Leben entspringt dem Kummer und Unglück, und Tod der Behaglichkeit und den Vergnügungen
Ein Unglück kommt selten allein
Sokrates, der alte Greis, sagte oft in tiefen Sorgen: "ach, wie viel ist doch verborgen, was man immer noch nicht weiß."
— Wilhelm Busch
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse
Wir kümmern uns nicht, dass wir nicht da gewesen sind, ehe wir geboren wurden. Warum uns kümmern, nicht mehr da zu sein, wenn wir gestorben sind?
— Karl Julius Weber
Bleibe nicht am Boden heften, frisch gewagt und frisch hinaus! Kopf und Arm mit heitern Kräften, überall sind sie zuhaus. Wo wir uns der Sonne freuen, sind wir jeder Sorge los. Dass wir uns in i …
— Johann Wolfgang von Goethe
Weil der Elefant groß und fett ist, hat er auch große Sorgen.
Sich zu mühen und mit dem Widerstande zu kämpfen, ist dem Menschen Bedürfnis wie dem Maulwurf das Graben.
— Arthur Schopenhauer
Es hat nicht jeder Abgrund ein Geländer.
in Not und Gefahr sind Freunde rar.
Aus manchen schwierigen Lebenslagen kann man sich nur mit ein wenig Tollheit retten.
— François de la Rochefoucauld
Beim Bauen muss man schauen, um sich nicht zu verhauen, sonst kommt man in des Elends Klauen.
— Abraham a Sancta Clara
Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.
— Theodor Heuss
Es ist falsch, wenn man sich zu Herzen nimmt, was man in den Wind schlagen sollte.
— Baltasar Gracián y Morales
Es gibt immer Erlebnisse, von denen man nie und nimmer reden kann, und doch jemand wünschte, der es schweigend verstünde, ohne daran zu rühren.
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Wenn ein Kind erst einmal geboren ist, liegt es nicht mehr in unserer Macht, es nicht zu lieben oder nicht für es zu sorgen.
— Epiktet
Die Freude flieht auf allen Wegen; der Ärger kommt uns gern entgegen.
— Wilhelm Busch
Wer schnell arm werden will, der prozessiere und baue viel.