401 Sprüche — Seite 6
Was noch nicht eingetreten ist, kann das Herz oft stärker bedrängen als das Wirkliche selbst. Sorgen kreisen um Verlust, Unsicherheit und mögliche Gefahren und zeigen damit, wie eng Denken und Empfinden verflochten sind. Deshalb ist dieses Thema so alltäglich und zugleich so tief in der menschlichen Verletzlichkeit verankert.
Ihr Problem liegt darin, dass sie selten lösen, was sie unablässig bewegen. Die Sprüche zu diesem Thema fassen die Last des Vorausdenkens in Worte und erinnern daran, dass Vertrauen, Maß und Gegenwart oft heilsamer sind als endloses Grübeln.
Den Mann, der sich um Fernes nicht bekümmert, erwartet schon in nächster Nähe Kummer.
— Konfuzius
Ach, so denkt er, diese Welt, hat doch viel, was nicht gefällt. Rosen, Tanten, Basen, Nelken sind genötigt zu verwelken; Ach - und endlich auch durch mich macht man einen dicken Strich
— Wilhelm Busch
Wenn wer sich wo als Lump erwiesen, so bringt man in der Regel diesen zum Zweck moralischer Erhebung in eine andere Umgebung. Der Ort ist gut, die Lage neu, der alte Lump ist auch dabei.
— Wilhelm Busch
Einen falschen Eid müssen die Kinder im dritten Geschlecht noch büßen.
Wenn Wolken die Sonne verdunkeln und nirgends erscheint dir Licht, dann lächle ... und schon erstrahlt dein Gesicht.
Mach der Mama keine Sorgen, und dem Papa keinen Schmerz, denn vielleicht schon morgen, stirbt ihr liebes Herz.
Heute lebst Du, grüble heute nicht über morgen. Der morgige Tag wird für sich selbst sorgen, jeder Tag hat genug an seiner eigenen Last. Lebe heute!
Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!
Kommt der Geist eines Menschen vor zeitlichen Sorgen nicht zur Ruhe, so kann er Gott nicht näher kommen.
— Antonius von Padua
Und kommt es dir zuweilen vor, als ächze schwer dein Lebenskarren: Öl rasch die Räder mit Humor, dann hört er wieder auf zu knarren.
Ist deine Seele von Undank wund, mach dich mit Spaten und Harke gesund. Ein Stück Erde, mit Liebe bestellt, beweist dir immer, dass Dank in der Welt.
Aber, wenn er dies erfuhr, ging's ihm wider die Natur
— Wilhelm Busch
Ist der Branntwein im Manne, ist der Verstand in der Kanne.
Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still und zage nicht: die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.
— Wilhelm Busch
Kein Kummer ohne seinen Trost.
— Baltasar Gracián y Morales
Das beste Mittel gegen viele Sorgen ist eine einzige Sorge.
— Guy de Maupassant
Man kann nicht ohne weiteres sagen, dass Leid zum Aufbau des Charakters beitrage, ebenso oft trägt es auch zu seiner Zerstörung bei.
— John Steinbeck
Von allen Qualen, die den Menschen heimsuchen, ist die Selbstverachtung die höchste.
— Berthold Auerbach
Wer Glück liebt, muss auch sein Unglück willkommen heißen. Das ganze Leben ist nicht der Sorge wert.
— Ludwig Tieck
Der kann sein Leid vergessen, der es von Herzen sagt.
— Simon Dach