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Sprüche über Wirklichkeit

422 Sprüche — Seite 14

Zwischen dem, was erhofft wird, und dem, was sich tatsächlich zeigt, liegt die Wirklichkeit. Sie kann ernüchtern, berichtigen, trösten oder herausfordern und zwingt den Menschen dazu, Illusion und Wahrheit auseinanderzuhalten. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht trocken, sondern voller Spannungen und tiefer Lebensfragen.

Ihr eigentliches Gewicht entfaltet sich dort, wo sie nicht nur als äußere Gegebenheit, sondern auch als innere Deutung erscheint. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass Wirklichkeit nie ganz unabhängig vom Blick des Menschen gedacht werden kann.

  1. Frauen haben einen wundersamen Instinkt. Alles entdecken sie, nur das Nächstliegende nicht

    Oscar Wilde

  2. Ein guter Redner muss etwas vom Dichter haben, darf es also mit der Wahrheit nicht ganz mathematisch genau nehmen.

    Otto von Bismarck

  3. Die Bücherwelt ist in der Tag nur die Karikatur der wirklichen Welt. Beide entspringen aus der selben Quelle. Jene aber erscheint in einem freieren, beweglicheren Medio.

    Novalis

  4. Traumtänzer mögen zwar ihren Traum tanzen, aber sie tanzen sich nur selten ins Zentrum der realen Erfüllung ihrer Wünsche

    Christa Schyboll

  5. Die Gewalt lebt davon, dass sie von anständigen Leuten nicht für möglich gehalten wird.

    Jean-Paul Sartre

  6. Das Leben ist seiner innersten Beschaffenheit nach ein Drama, denn es besteht aus einem leidenschaftlichen Kampf mit den Dingen und überdies mit unserer Anlage, dem Kampf, durch den wir in Wirklichkei …

    José Ortega y Gasset

  7. Hoch Gestellte kennen das Volk nicht und denken auch gar nicht daran, es kennen zu lernen.

    Marquis de Vauvenargues

  8. Schenkt Worten keinen Glauben, wenn nicht Werke dahinter stehen.

    Maria Ward

  9. Man soll über die Liebe nicht sprechen sondern aus Liebe handeln, in Liebe leben.

  10. Die Zeit geht hin, und der Mensch gewahrt es nicht.

    Dante Alighieri

  11. Je höher die Rechthaberei in einem Menschen steigt, desto seltener hat er recht, das heißt, desto seltener stimmen seine Aussagen und Behauptungen mit der Wahrheit überein.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  12. Nicht jeder Pfeil trifft, worauf er gezielt ist

    Horaz

  13. Eine glückliche Erinnerung ist vielleicht wahrer als das Glück.

    Alfred de Musset

  14. Es gibt nichts Wunderbares: Alles, was geschieht, was geschehen ist und was geschehen wird, geschieht, geschah und wird geschehen auf eine natürliche Weise.

    Georg Büchner

  15. Nicht der Abstand bestimmt die Entfernung. In der Enge unseres heimatlichen Gartens kann es mehr Verborgenes geben als hinter der Chinesischen Mauer.

    Antoine de Saint-Exupéry

  16. Die Begeisterung ist das tägliche Brot der Jugend, die Skepsis ist der tägliche Wein des Alters.

    Pearl S. Buck

  17. Träume sind nicht Taten. Ohne Arbeit wird Dir nichts geraten.

    Ernst Moritz Arndt

  18. Man kann sich nicht einbilden, etwas zu sein, wenn man es nicht ist, es sei denn, man wäre verrückt.

    Voltaire

  19. Genie ist das Vermögen, von eingebildeten Gegenständen wie von wirklichen zu handeln.

    Novalis

  20. Was man Zuneigung nennt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als Gewohnheit gewordene Sympathie.

    Jonathan Swift