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Sprüche über Wirklichkeit

422 Sprüche — Seite 6

Zwischen dem, was erhofft wird, und dem, was sich tatsächlich zeigt, liegt die Wirklichkeit. Sie kann ernüchtern, berichtigen, trösten oder herausfordern und zwingt den Menschen dazu, Illusion und Wahrheit auseinanderzuhalten. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht trocken, sondern voller Spannungen und tiefer Lebensfragen.

Ihr eigentliches Gewicht entfaltet sich dort, wo sie nicht nur als äußere Gegebenheit, sondern auch als innere Deutung erscheint. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass Wirklichkeit nie ganz unabhängig vom Blick des Menschen gedacht werden kann.

  1. Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die religiösen sind's weniger, als sie meinen

    Franz Grillparzer

  2. Wer sein Unwissenheit zugibt, zeigt sie einmal; wer sie zu verbergen sucht, zeigt sie viele Male.

  3. Es ist besser, für das, was man ist, gehasst zu werden, als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden!

    André Gide

  4. Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.

    Christian Friedrich Hebbel

  5. Alles, was lediglich wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch.

    René Descartes

  6. Die andere Welt. Es gibt keine andere Welt. Hier oder nirgends ist die ganze Wirklichkeit.

    Ralph Waldo Emerson

  7. Mit zunehmendem Alter achte ich weniger darauf, was die Leute sagen. Ich sehe mir einfach an, was sie tun.

    Andrew Carnegie

  8. Wissenschaft besteht aus Fakten wie ein Haus aus Backsteinen, aber eine Anhäufung von Fakten ist genausowenig Wissenschaft wie ein Stapel Backsteine ein Haus ist.

    Henri Poincaré

  9. Was wir die Wirklichkeit nennen, ist eine bestimmte Beziehung zwischen Empfindungen und Erinnerungen, die uns gleichzeitig umgeben.

    Marcel Proust

  10. Die Liebe ist blind, das ist die gemeine Rede, aber ist sie nicht im Gegenteil allein sehend?

    Friedrich Schleiermacher

  11. Man sollte beständig die Wirkung der Zeit und die Wandelbarkeit der Dinge vor Augen haben und daher bei allem, was jetzt stattfindet, sofort das Gegenteil imaginieren.

    Arthur Schopenhauer

  12. Das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen.

    Gilbert Keith Chesterton

  13. Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.

    Christian Morgenstern

  14. Hochmut ist der zur Schau getragene Stolz. Echter Stolz verbirgt sich.

    Ernst Hohenemser

  15. Die Stärke unserer Überzeugung ist kein Beweis für ihre Richtigkeit

    John Locke

  16. Alles ist schon einmal gesagt worden, aber da niemand zuhört, muß man es immer wieder sagen

    André Gide

  17. Es erweist sich, daß das, was Weltkenntnis genannt wird, die Menschen eher schlauer als gut macht.

    Samuel Johnson

  18. Auf unserer Erdenwelt hängt oft alles von den Äußerlichkeiten ab, mit denen man sich in Szene setzt.

    Alfred de Musset

  19. Wenn der Papagei auch gut spricht, bleibt er doch ein Vogel.

  20. Wir spielen unsere Gedanken gegeneinander aus, in Wirklichkeit unsere Temperamente.

    Christian Morgenstern